Das Leben auf einer Hallig unterscheidet sich auch heute noch gravierend vom Leben auf
einer deutlich größeren Insel oder gar von dem auf dem Festland. Ein wesentlicher Unterschied
ist, dass sich vieles nach den Gezeiten richtet. Und nach dem Wetter, was jede Verbindung zur Hallig
unmöglich machen kann.
Alles, was der Mensch auf einer Hallig benötigt, muss heute
per Schiff herangeschafft werden. Wer ans Festland muß, nimmt die Fähre. Für Hooger ist das so normal
wie für einen Festlandmenschen der Bus.
Die Linienverbindung von Schlüttsiel zu den Halligen ist defizitär.
Deshalb kommen immer wieder Überlegungen auf, die Halligen
über die Linie Dagebüll-Föhr-Amrum mit zu versorgen.
Das wird von den Halligleuten mit Besorgnis betrachtet, weil sich
die Fahrzeit verdoppeln würde. Fahrten ans Festland und zurück
wären an einem Tag nicht mehr zu schaffen. Die meisten Hooger
fahren regelmäßig mit der Fähre ans Festland und
dann mit dem Auto in die nächstgrößeren Orte, um
Einkäufe oder Arztbesuche zu erledigen. Die Halligbewohner
wäre gezwungen, sich jedesmal eine Übernachtungsmöglichkeit
auf dem Festland zu suchen.
Die Notwendigkeit, alles per Schiff heranzuschaffen, schlägt sich auf die
Preise nieder. Heizöl ist teurer, Handwerker bestellt man nur bei wirklich
komplizierten Reparaturen und macht ansonsten soviel wie möglich selbst.
Wer an-, um- oder gar neu bauen möchte, kann einen erheblichen Preisaufschlag
einkalkulieren, weil jeder Stein, jeder Ziegel und jeder Eimer Farbe vom Festland
herübergeschafft werden muß.
Auch die Krankenversorgung unterscheidet sich gravierend von der
auf dem Festland: Es gibt keinen Arzt. Der Halligkrankenpfleger
kümmert sich um die Erstversorgung. Bei schwereren Erkrankungen
kommt entweder der Arzt von Amrum mit dem Seenotrettungskreuzer
der DGzRS oder es geht gleich aufs Festland. Ebenso, wenn man zum
Zahnarzt muß. Oder wenn Nachwuchs unterwegs ist. Und immer
kann das Wetter dazwischenfunken. Dann fährt die Fähre
nicht. Und manchmal kann nicht einmal der Hubschrauber fliegen.
Auf Hooge gibt es erst seit den Fünfziger Jahren Straßen. Vorher besaß fast
jeder ein Boot, um Dinge des täglichen Bedarfs über die Priele bis zur Warft
zu transportieren. Jetzt besitzen die meisten Hooger ein Auto und unterscheiden sich
in dieser Hinsicht nicht von den Bewohnern eines Festlandsdorfes.
Die Entsorgung von Müll, Schrott, Abwasser muß anders
organisiert werden, als auf dem Festland, wo mehrfach in der Woche
die Wagen der Müllabfuhr kommen.
Eine Kläranlage zu betreiben, wo mehrfach im Jahr Landunter herrscht,
ist eine echte Herausforderung. So besitzt Hooge seit ungefähr 10 Jahren eine
Kläranlage, die auch unter Wasser betrieben werden kann, also auch bei Landunter
funktioniert.
Nächtlicher Verkehr auf der Hallig.
Der Postbote.
Die Halligkläranlage.

SCHULE UND BERUF
Es gibt nur eine Schule bis Klasse 9. Dort gibt es eine Grund- und eine
Hauptschulklasse mit je einer Lehrkraft. Sie befindet sich auf der
Ockelützwarft, die deswegen auch Schulwarft hei t. Wer weiter zur
Schule gehen möchte, muß aufs Festland, denn trotz regelmäßiger
Fährverbindung mit den Schiffen der WDR ist tägliches Pendeln nicht
möglich. So müssen die jungen Leute mindestens für eine Zeit
ihre Hallig verlassen.
Karrierewünsche außerhalb von Landwirtschaft und Tourismus
sind schwierig. Das bedingt eine gewisse Überalterung der Bevölkerung.
Junge Leute wandern recht oft ab. Es kommen aber auch neue Bürger
hinzu, die dem Charme der Hallig oder eines Halligmenschen erliegen
und für immer bleiben. Meist leben auch die neuen Einwohner
vom Tourismus. Mancher arbeitet auch beim Küstenschutz. Und
mancher macht das alte Schiff des Großvaters wieder flott und für
sich zum Brotwererb.

FISCHEREI UND LANDWIRTSCHAFT
Bis in die 1960er Jahre lebten die meisten Hooger von der Landwirtschaft. Heute
gibt noch wenige Landwirte und einen Fischer. Der eine oder andere Hooger betreibt
auch noch Aalfang in den Prielen, allerdings mehr für den Eigenbedarf.
Es wird ausschließlich Weidewirtschaft betrieben, Ackerbau
ist auf einer Hallig nicht möglich. Sommers kann man hier und
da Kästen mit Bienen sehen, weil sich die Hallig gut zur Reinzucht
von Bienenvölkern eignet. Das Vieh, das man auf den Fennen
stehen sieht, ist heute meistsogenanntes Pensionsvieh, das Landwirten
auf dem Festland gehört und im Sommer auf Hooge weidet.
Teil eins:
Fischerei
Teil zwo:
Landwirtschaft
Reinzucht von Bienenvölkern.

DER KÜSTENSCHUTZ
Das Amt für ländliche Räume ist ein wichtiger Arbeitgeber auf jeder Hallig.
Oft arbeiten die Männer im Küstenschutz, die Frauen vermieten die Ferienwohnungen.
Hooge hat seit fast 100 Jahren einen Steinkante und einen vollständigen Deichschutz.
Der Deich, die Buhnen und Lahnungen wollen gepflegt und erhalten, die Siele und Gräben
freigehalten werden. Der Deichschutz machte die Siele erst notwendig. Früher herrschten in den
Prielen Gezeiten wie im Wattenmeer, das Wasser lief auch nach einem Landunter einfach wieder ab.
Jetzt würde die Hallig einfach vollaufen, wenn das Wasser über den Deich kommt. So
benötigt man die Stöpen, um das Wasser kontrolliert wieder herauszulassen. Auch ein H
afen wurde notwenig, wo man früher einfach in den Priel hineinfuhr. Und auch er erhielt eine
Schleuse.
Bilder vom Küstenschutz - vom Deich und der Halligkante, von Schleuse, Stöpe und Siel.
Und den Männern, die all das erhalten.
Teil eins:
Hooge von See.
Hooges Steinkante.
Der Steindeich an der Nordseite.
Der grüne Deich an der Nordostseite.
Hooges Westende.
Die Männer vom Küstenschutz
Teil zwo:
Buhne
Lahnung
Lahnungsfelder
Hooge vom Watt
Hooges Steinkante
Hooges Sommerdeich
Teil drei:
Stöpe, Ostersiel, Hooge.
Sieltor, Hooge
Binnenschleuse, Sportboothafen Hooge
Teil vier
Binnenschleuse, Sportboothafen Hooge
Aussenschleuse, Sportboothafen Hooge

TOURISMUS:
Viele, wenn nicht die meisten Halligleute leben inzwischen mindestens mittelbar vom Tourismus,
sei es, daß sie Ferienwohnungen anbieten oder in der Gastronomie tätig sind. Oder sie arbeiten
auf einem der Schiffe, die die Touristen auf die Hallig bringen. Oder sie fahren Gäste mit der
Kutsche über die Hallig. Oder machen Führungen. Oder, oder, oder.
Hooge hat jedes Jahr 120000 Tagesgäste und 40000 Übernachtungen. Das bringt einerseits
natürlich Geld auf die Hallig, bedingt aber auch das eine oder andere Problem. Insbesondere im
Sommer kann es dann gelegentlich etwas voll werden auf der Hallig. Wenn die Tagesgäste aber
abends weg sind oder man sich etwas abseits der Hauptwege um Hanswarft, Kirchwarft und Backenswarft
aufhält, merkt man vom Trubel kaum etwas und kann die herrliche Halliglandschaft genießen.
Zu jeder Jahreszeit und bei fast jedem Wetter.
Bilder von Gästen, Kutschen und Schiffen:
Teil eins:
Adler Express
Adler Express und Hilligenlei am Anleger
Die Hilligenlei legt an
Ausflugsschiff Hauke Haien
Kutsche für Tagestouristen
Touristen am Anleger
Touristen
Die Tagesgäste verlassen die Hallig
Teil zwo:
Ausflugsschiff Rüm Hart
MS Gebrüder von Pellworm
MS Seeadler, Hooge
Die Hilligenlei I
Windsbraut, Schiff für Halligmeerfahrten..
Teil drei:
Segelboot mit Kurs auf den Hooger Hafen
Die Windsbraut

GEMEINDE UND BRAUCHTUM:
Hooge verfügt über einen Pastor und so über ein echtes Gemeindeleben,
und das ist angesichts der Sparmaßnahmen der Landeskirchen fast schon erstaunlich. Es
gibt auch eine Marinekameradschaft, die Freiwillige Feuerwehr, den Boßelverein und mehr.
Ein reges Vereinsleben also, in dem es die Halligleute schätzen, einmal unter sich
zu sein.
Man pflegt auch alte Traditionen, wie zum Beispiel die alten Trachten der Halligen.
Im Sommer findet das große Trachtenfest statt. Auch für die Touristen natürlich,
aber die alte Tracht ist auch ein Stück Identität.
Impressionen vom Hooger Trachtensommer:
Teil eins

LANDUNTER
Und dann gilt es noch, etwas zu erwähnen, daß es so nur auf Halligen gibt:
Landunter.
Landunter ist ein Ereignis, das auf einer Hallig regelmäßig mehrmals im
Jahr eintritt. Dann "fällt die Hallig blank", die Warften sind kleine Inseln in der See.
Seit dem Bau des Sommerdeichs gibt es auf Hooge jedoch weit seltener Landunter als in
früheren Zeiten. Wenn die Hallig nicht gerade im Verlauf einer schweren Sturmflut
überschwemmt wird, in der die Halligleute um Besitz, Leib und Leben fürchten
müssen wie 1962 oder 1976, ist Landunter eher ein Anlaß, einmal die Füße
hochzulegen und sich etwas zu entspannen von der vielen Arbeit.

DIE HALLIGTIERE
Alle guten Dinge haben etwas Lässiges und liegen wie Kühe auf der Wiese.
Friedrich Nietzsche.
Die meisten Tiere auf den Fennen sind Rinder. Es gibt im Gegensatz zu früher nur noch
einige wenige Schafe und vereinzelt Ziegen. Die Pferde, die man auf Hooge sieht, dienen meist als
Zugtiere für die Wagen, mit denen die Tagesgäste gefahren werden.
Es sind im Verhältnis mehr Schafe zu sehen als auf Hooge leben. Das liegt an der
Vorliebe des Fotografen für diese Tiere.
Tiere im Frühjahr:
Tiere im Sommer:
Tiere im Herbst:
Tiere im Winter: