Hallig Hooge hat zehn Warften. Eine ist verlassen, die anderen sind bewohnt.
Hooge hat 110 Einwohner, von denen allerdings nur gut 90 das
ganze Jahr auf der Hallig leben. Gäste betreten die Hallig
in der Regel über den Anleger nahe der Backenswarft, wo Fähren
und Ausflugsschiffe anlegen. Oder man besitzt ein eigenes Boot
- dann ist der Hallighafen der Anlaufpunkt. Dort liegt auch der
Hooger Fischkutter und die Annemarie, Hooges einziges
Frachtschiff.
Eine
Warft ist ein künstlich aufgeworfener Erdhügel. Er erlaubt
es, auch flache Gebiete in Marschen, die bei Springtiden oder
gar Sturmfluten überflutet werden, dauerhaft zu bewohnen.
Früher befanden
sich oft kleine Dörfer auf den Halligwarften, heute sind es
deutlich kleinere Ansammlungen von Häusern. Nur die Hanswarft
auf Hooge und die Warft auf Oland haben noch den Dorfcharakter.
Die Warften tragen oft die Namen der Erbauer, sei es eine Einzelperson,
sei es eine Familie. Jede Warft hat ihre Eigenheiten. Die Lage der
Warften wird von den Prielen bestimmt. Die Hooger Warften liegen
schon seit jeher dort, wo sie heute noch sind. Die Warften sind
fast alle seit über 400 Jahren ununterbrochen besiedelt. Ausnahmen
bilden die verlassene Pohnswarft und die Westerwarft.
In erster Linie geht es hier um die Warften wie sie heute sind. Zu einem späteren Zeitpunkt
wird vielleicht mehr Historisches zu den einzelnen Warften hinzukommen. Ebenfalls später
werden wir uns auch etwas näher mit den verlorenen und versunkenen Warften befassen.

DER ANLEGER
Am Anleger beginnt und endet für die meisten Gäste jeder Halligaufenthalt.
Hier legt die Halligfähre an. Auch die Hooger fahren mit der
Fähre ans Festland und sind hinterher, sagte eine Hoogerin,
"froh wieder auf der ruhigen Hallig zu sein". Der Fähranleger
ist noch verhältnismäßig neu. Auch die Ausflugsschiffe
kommen am Anleger an, alle Touren der Tagestouristen nehmen hier
ihren Ausgang.
Die Fähre legt an:
Der Anleger
Ausflugsschiffe:
Impressionen:
Windstein
Bei Nacht:

DER HALLIGHAFEN
Der Hallighafen entstand erst, nachdem Hooge einen Deich erhalten
hatte. Er wird vom Prielsystem durch die Innenschleuse, vom Meer
durch die Aussenschleuse getrennt. Im Hallighafen ist der Liegeplatz
des Hooger Fischkutters, der De Liekedeelers. Auch die
Annemarie liegt dort, Hooges einziges und ältestes
Frachtschiff. Die Annemarie transportierte früher
Kies aus dem Watt. Sie ist Baujahr 1914. Einige Zeit lag sie still,
doch jetzt ist sie instandgesetzt und dient wieder als Arbeitsschiff:
Sie setzt Pricken zur Markierung der Fahrrinne.
In der Hauptsache ist der Hooger Hafen aber Sportboothafen. Der
Hooger Segelclub hat dort seine Heimat.
Impressionen vom Hallighafen:
Teil eins:
Hallighafen
Teil zwo:
Teil drei:
Teil vier:

OCKENSWARFT
Sie liegt im Südosten der Hallig. 1804 hatte die Warft noch
14 Wohnungen und drei Fethinge. Boyens Gasthaus auf Ockenswarft
war vor dem Krieg das erste Hooger Gasthaus. Heute existiert es
nicht mehr.
Seit Anfang der 1960er Jahre steht auf Ockenswarft der charakteristische
Fernmeldemast. Nahebei liegt Landsende. Hier war früher der
Anleger als die einzige Postschiffsverbindung noch über Pellworm
verlief. Auf der Ockenswarft befindet sich auch die Pumpstation,
die die Hallig mit fließendem Wasser versorgt. Die Ockenswarft ist
etwas abseits gelegen und daher sehr ruhig. Weil nur noch ein Fething
belassen wurde, verfügt Ockenswarft heute über den meisten
freien Platz von allen Warften.
Ockenswarft-Impressionen:
Im Frühling:
Ockenswarft
Im Sommer:
Im Herbst:
Im Winter:
Zuletzt noch ein paar Bilder, wie Ockenswarft früher aussah:
Ockenswarft aus der Luft 1950
Ockenswarft, Nordseite 1930
Ockenswarft, Boyens Gasthaus 1940
Ockenswarft, Harlies Hus
Das Haus am Landsende
Das Haus am Landsende auf der Ockenswarft ist eines der wenigen
alten Hallighäuser, das das die Sturmflut und das anschließende
Hallig-Sanierungsprogramm von Anfang der 1960er unversehrt überstanden
hat. Man wohnt dort auf dem ausgebauten Heuboden überaus angenehm.
Vor dem Haus:
Haus am Landsende
Das Haus:
Abendstimmung:
Innen:
Haus am Landsende, die Grüne
Haus am Landsende, die Blaue.
Die Blaue, Blick in den Garten
Und der Garten! Er ist ein wahres Vogelparadies. Katja Just hat
mit dem Friesengarten etwas geschaffen, wovon Vögel in den
Buchsbaum-Golfrasen-Wüsten, die sich oft Garten nennen, nur
träumen können. Und so kann der Vogelfreund aus der Stadt
schon zwischen Aufstehen und Zähneputzen mehr Beobachtungen
aus dem eigenen Fenster machen, als zu Hause oft den ganzen Tag.
Der Friesengarten:
Haus am Landsende, Friesengarten

HANSWARFT
Die Hanswarft hat ihren Namen möglicherweise von Kapitän
Tade Hans Bandix. Im Jahre 1804 besaß die Hanswarft 26 Wohnungen.
Es gab noch vier Fethinge. Die Hanswarft ist bis heute die größte
Warft der Hallig Hooge. Die Ost-West-Ausdehnung der Warft beträgt
200 Meter.
Hanswarft
Die Hanswarft ist so etwas wie Hooges Hauptort. Auf der Hanswarft
befinden sich die die meisten Geschäfte, so auch der Halligkaufmann,
der größte Teil der Gastronomie und "Uns Hallighus" – das seit
1974 das Gemeindebüro, die Tourismusverwaltung und einen Leseraum
enthält. Auch das Wattenmeerhaus, das Heimatmuseum mit der
Sammlung des ehemaligen Heimatforschers und Postschiffers Hans von
Holdt und das Sturmflutkino befinden sich auf Hanswarft.
Uns Hallighus.
Wattenmeerhaus
Halligkaufmann
Teestube im Winter
Heimatmuseum
Ein Hauptanziehungspunkt gerade für Tagestouristen ist der Königspesel.
Der Eigentümer des Hauses auf der Hooger Hanswarft, das heute Königspesel
heißt, war früher ein erfolgreicher Kapitän namens Tade
Hans Bandix. Er fuhr von 1748 bis 1777 für eine Amsterdamer Reederei
von der Ostsee bis in den Fernen Osten.
Der Pesel von Kapitän Bandicks wurde 1776 prächtig mit
Fliesen aus dem niederländischen Delft ausgestattet. Der Kapitän
ließ voller Stolz auch seine Schiffe als Fliesenmalerei verewigen.
Im Pesel befindet sich auch ein prächtiger gußeiserner Bileggerofen
vom Ende des 17. Jahrhunderts, eine überaus sinnreiche Erfindung:
der Ofen wurde von der nebenan liegenden Küche mit Heizmaterial
bestückt. So blieb die gute Stube sauber.
Nach der schweren Sturmflut von 1825 wollte sich der dänische
König Frederik VI. ein Bild von der Lage auf Hallig Hooge machen:
"Den 2ten Juli des 1825ten Jahres 3 ½ Uhr kamen Se. Majestät
der König Friedrich VI. von Pellworm hier an mit seiner Suite [...]
besah die zertrümmerten Wohnungen in der Nähe und Ferne
auf Ockenswarft und Hanswarft und bezeugte herzliche Teilnahme.
Er logierte bei der Wittwe Stienke A. B. Hansen (Edleffs) auf der
Hanswarft, in dem schönsten Haus der Insel. Se. Majestät
mußte den 2ten Juli hier über bleiben, da der Wind heftig aus
Nordwest blies und die niedrigen Stellen unter Wasser gesetzt wurden
[...]."
Der König nächtigte im Alkoven, dem Wandbett, im dem
Raum, der seit seinem Aufenthalt Königspesel heißt.
Fething am Königspesel
Königspesel
Die zentrale Stellung von Hanswarft mit den vielen Sehenswürdigkeiten
zieht im Sommer große Gruppen von Tagesgästen an, die
die Drei-Warften-Tour über Backenswarft, Hanswarft und Kirchwarft
absolvieren. Dann ist dem Ruhe suchenden Feriengast geraten, sich
etwas an den Rand der Hallig zurückzuziehen. Lediglich am Montag
ist in der Hauptsaison Ruhetag, dann ist es auch auf der Hanswarft
etwas ruhiger.
Hanswarft-Inpressionen:
Frühling und Sommer:
Hanswarft
Herbst und Winter:
Zuletzt noch einige Fotos und Postkarten, die zeigen wie Hanswarft
früher aussah:
Hanswarft früher

BACKENSWARFT
Backenswarft besaß 1804 17 Wohnungen und zwei Fethinge. Heute finden
sich auf der Backenswarft neben Ferienwohnungen und Wohnhäusern
einige Gastronomie und mit der Jugendwarft eine Unterkunft
für Jugendgruppen. In der Nähe befindet sich der Anleger.
Frühling und Sommer
Backenswarft
Herbst und Winter:
Backenswarft in früherer Zeit

KIRCHWARFT
Auf der Kirchwarft befinden sich die Halligkirche, das Pastorat
und der Halligfriedhof. Kirchwarft ist eine der schönsten Warften
auf Hooge.
Im Frühling:
Im Sommer:
Im Herbst und im Winter:
Kirchwarft und Kirche früher:
Kirchwarft vor 1906
Kirchwarft nach 1907
Kircheninneres 1930er Jahre
Die Geschichte der Halligkirche
>
Bereits im 13. Jahrhundert existierte vermutlich ein Kirchspiel namens Hooge.
Sie soll südlich oder westlich der heutigen Hallig gelegen haben und mit Pellworm
landfest gewesen sein. Kirche und Dorf versanken in der Ersten Großen Mandränke,
der Marcellusflut vom 16. Januar 1362, als auch das legendäre Rungholt versank.
Die Bewohner der Hallig Hooge wurden nach der Alten Kirche auf Pellworm eingepfarrt.
Damals konnte man noch trockenen Fußes von der Hallig zur Insel gelangen:
„Es ist bekannt“, steht in einem dänischen Schriftstück aus dem
Hooger Pastoratsarchiv ",dass Hooge mit Pellworm landfest war und
das man auf einem Pferdekopf [der in der Mitte eines schmalen Priels
lag, Anm. von mir,F.T.] von Pellworm nach Hooge hinübertreten konnte.“
Der Priel wurde im Lauf der Jahre immer breiter und tiefer, bis
er schließlich das heutige Rummelloch wurde. Etwa 1580 erhielt Hooge
dann einen eigenen Prediger, zunächst einen Kaplan. Gottesdienst
wurde im späteren Armenhaus auf Hanswarft gehalten. Um 1618 erhielt
die Gemeinde den ersten eigenen Pastor.
Im frühen 17. Jahrhundert erhielten die Hooger die herzogliche
Erlaubnis zum Bau der ersten eigenen Kapelle. Dafür wurde ihnen
ein eigener Ort ausgewiesen. Diese frühe Kapelle ist wohl in den
Fluten Anfang des 17. Jahrhunderts wieder verlorengegangen. 1624
begann man mit dem Aushub für eine neue Kirchwarft. Bis die Gemeinde
aber ihre erste eigene Kirche erhielt, dauerte es noch einige Zeit.
Erst Jahre nach der Zweiten großen Mandränke, der Burchardiflut
vom 11. Oktober 1634, konnten die Hooger mit dem Bau beginnen. Zwischen
1637 und 1642 wurde gebaut, 1642 konnte die neue Kirche endlich
dem Hl. Johannes geweiht werden.
Kirchwarft, rechts Kirche, links Pastorat
Kirchwarft
Blick auf Kirche und Friedhof
am Friedhof
Die Einrichtung der Hooger Kirche ist älter als die Kirche selbst. Sie stammt
in weiten Teilen aus der 1624 errichteten neuen Kirche des Alt-Nordstrander Ortes Osterwohl.
Die Kirche ging mit ihrer Gemeinde 1634 unter. Ihre Backsteine, das Gestühl, die Taufe, die
Kanzel und das Chorgitter fanden in der neuen Hooger Kirche ihren Verwendung.
Kirchwarft, St. Johannes, das Kircheninnere
St. Johannes, die Kanzel
Baldachin
Im Jahre 1743 stiftete ein dankbarer Hooger Walfänger die Walfischtür der Kanzel. Sie zeigt eine Walmutter mit ihrem Jungen.
Aus dem 18. Jahrhundert stammen auch die Apostelbilder an der Orgelempore.
Walfischtür der Kanzel
Orgel
Apostelbild, Simon
Apostelbild, Petrus
Stifterhinweis an der Kirchendecke
Die Westwand der Hooger Kirche stammt aus dem Jahr 1825, als nach der großen Halligflut der
Dänenkönig Frederik VI. Hooge besuchte und das Geld für die Erneuerung der schwer beschädigten
Wand stiftete. An den Besuch des Königs erinnern die dänische Fregatte, die als Votivschiff an
der Kirchendecke hängt. „Fredreig.D.6.“ steht auf ihrem Heck. Auch die querovale Tafel über
der Südtür erinnert an des Königs Besuch.
Das Kruzifix an der Südwand stammt aus dem frühen 16. Jahrhundert. Es wurde als Strandgut
nach der Halligflut 1825 an der Hooger Halligkante gefunden.
Südtür, Erinnerung an den Besuch Frederik VI. 1825
Tafel über der Nordtür
Votivschiff
Altar und Altaraufsatz aus dem Jahr 1857 befinden sich erst seit einer Renovierung 1931 in
der Hooger Kirche. Sie stammen ursprünglich aus der Kirche von Klanxbüll. Auch die Farbgebung
der Kirche stammt von 1931 und wurde in Anklang an die Farben der traditionellen Friesenstuben gewählt.
Der Boden der Kirche besteht seit jeher aus Muschelsand. Durch ihn kann eingedrungenes Wasser wieder
ablaufen. Vergleicht man das Bodenniveau der Kirche mit dem Warftniveau, bemerkt man, daß immer
wieder Warfterhöhungen stattgefunden haben.
Altar an Weihnachten
Altar
Altarkruzifix
Muschelsand unter der Kirchenbank
Das Glasfenster mit dem Motiv der Rettung Petri aus Seenot ist eine Stiftung. Im Jahr 1919 fuhr
Bandik Feddersen aus Hamburg von Föhr nach Hooge, um dort seinen Bruder zu besuchen. Unterwegs ging
er über Bord, geriet in Lebensgefahr und glaubte sich verloren. Erst in letzter Minute wurde er gerettet.
Aus Dankbarkeit stiftete er der Hooger Kirche das Fenster.
Glasfenster mit der Rettung Petri
Kirchenfenster
Blick auf den Friedhof
Erinnerung an die Sturmflut 1962
Der Glockenstapel vor der Kirche besteht aus vier Eichenpfählen.
Alle wurden in dem 1840er Jahren an der Hooger Halligkante angespült.
Das Pastorat stammt aus dem Jahr 1907 und ist bemerkenswerterweise größer als die Kirche.
Glockenstapel
Pastoratsgarten
Auf dem Friedhof befinden sich neben den Gräbern der Hooger auch
das Grab des Vogelwarts von Hallig Norderoog, Jens Sørensen Wand.
Der legendäre „Vogelkönig“ kam 1950 im Watt zwischen Hooge und Norderoog
um. Seine Leiche trieb auf Hooge an.
Auch der Grabstein der letzten Bewohner
der untergegangen Hayenshallig befindet sich auf dem Hooger Friedhof. Es ist nur ein Todesfall
eingetragen, der Raum für zum Zeitpunkt der Steinmetzarbeiten noch lebenden Familienmitglieder
blieb frei.
Unter dem Kreuz für Heimatlose liegen drei namenlose Marineangehörige, die nach der Skagerakschlacht
1916 an der Hallig angetrieben waren.
Friedhof
Grab von Jens Sørensen Wand
Grabstein der letzten Bewohner der Hayenshallig 1924
Kreuz für Heimatlose
Am Montag ist der Feriengast gebeten, den Friedhof nicht zu besuchen, weil
dann die Hooger selbst die Gräber ihrer Lieben besuchen.

OCKELÜTZWARFT
Im Jahre 1804 hat die Ockelützwarft neun Wohnungen und einen
Fething. Den Fething gbt es noch. Die Warft heißt auch Schulwarft,
denn auf Ockelützwarft befinden sich die Halligschule und der
Kindergarten. Das heutige Gebäude der Schule stammt von 1969. Die
Schule hat 10 Schüler und zwei Lehrer. Sie ist eine Grund-
und Hauptschule. Im Schulhaus befindet sich auch die Lehrerwohnung.
Ockelützwarft-Impressionen:
Ockelützwarft
Die Schüler verteilen sich in zwei Klassenräume,
die Grundschüler in einen, die Hauptschüler in den anderen
Raum. Lernen und Lehren an einer kleinen Halligschule unterscheidet
sich sehr vom Unterricht an einer normalen Schule am Festland. Die
Lehrer müssen ungemein flexibel sein, eigentlich alles können.
Dafür haben sie mit den sozialen Problemen der Großstadt
nichts zu tun.
Schulhaus
Die Schüler kommen in den Genuß einer
sehr individuellen Betreuung. Dafür kann man kaum schummeln,
der Lehrer merkt sofort, wenn man unvorbereitet ist. Und die Schüler
müssen selbstständiger arbeiten. Wenn sich der Lehrer
um einen Schüler einer anderen Klasse kümmert, ist es
selbstverständlich, dass andere Schüler still an ihren
Aufgaben arbeiten. Die Schule reicht nur bis Klasse 9. Wer eine
weiterführende Schule besuchen möchte, muss ans Festland,
in der Regel in ein Internat.
Ockelützwarft früher
Ockelützwarft früher

LORENZWARFT - MITTELTRITT
1808 verfügt Lorenzwarft über vier Wohnungen, Mitteltritt hat acht Wohnungen.
Jede der beiden Warften besitzt einen Fething. Heute bilden Lorenzwarft und Mitteltritt
eine Doppelwarft. Hier befindet sich das Hallighotel "Frerk's Buernhus" und mit dem
Bingehof einer der letzten landwirtschaftlichen Betriebe der Hallig, der im eigenen
Hofladen lokale Spezialitäten verkauft. Der Fething von Lorenzwarft ist noch erhalten,
derjenige von Mitteltritt wurde zugeschüttet.
Lorenzwarft-Mitteltritt
Mitteltritt früher:
Mitteltritt früher

VOLKERTSWARFT
1804 hat die Warft sieben Wohnungen, einen Fething. Heute ist sie
als "Ferienwarft" die Warft für Jugendgruppen verfügt auch
über einen eigenen Zeltplatz. Der Fething ist noch erhalten.
Volkertswarft

IPKENSWARFT
Die Warft verfügt im Jahre 1808 über zwei Wohnungen und einen Fething.
Heute stehen dort drei Häuser. Auf Ipkenswarft befand sich
früher die Windmessanlage, die heute auf Pohnswarft steht. Derjenige,
der den Windmesser beaufsichtigt - und früher die Daten nach
Husum weitergab - muss eine staatliche Prüfung ablegen. Heute werden
die Winddaten aller Windmesser automatisch via Stellit weitergeleitet.
Ipkenswarft-Impressionen:
Ipkenswarft
Auf Ipkenswarft lebt Halligarchivar Siegfried Baudewig. Baudewig, geboren im Jahre 1927, ist wie viele Halligbewohner
ein Multitalent. Er ist gelernter Zimmermann und natürlich
Landwirt. Er war 3 Jahre Verwalter und Deichvogt auf Hallig Süderoog
und Leuchtturmwärter auf Süderoogsand. Baudewig war
lange Jahre Gemeinderat auf Hooge, er ist geprüfter Windmessbeobachter
und seit vielen Jahren der Hooger Halligarchivar, dessen Archiv
und Kenntnisse ein wahrer Ozean aus Wissen sind.
Siegfried Baudewig
unterhält auf Ipkenswarft neben seinem Archiv auch ein kleines
Privatmuseum, in dem er manches aus Handwerk, Landwirtschaft und
Halligleben aufbewahrt. Besuche sind nur nach vorheriger Anmeldung
möglich.
Schwalbenhof der Familie Baudewig
Halligarchivar Siegfried Baudewig
Siegfried Baudewigs Museum
Siegfried Baudewigs Museum
Siegfried Baudewigs Museum

POHNSWARFT
Die Pohnswarft ist bereits seit der großen Halligflut von 1825
unbewohnt. Sie wird aufgegeben, weil sie zu nah an der Halligkante
liegt und der vollständige Verlust droht. Der Fething ist noch
erhalten, er dient als Tränke für das Weidevieh.
Auch nach der Befestigung der Halligkante bleibt Pohnswarft bis
heute unbebaut. Es gibt Überlegungen, die Warft wieder zu erschliessen
und neu zu bebauen, jedoch lehnt die Gemeinde Mal um Mal ab, weil
die Warft zum Außengebiet der Hallig gehöre und dort nicht
gebaut werden dürfe. Lediglich ein Windmesser und ein Geräteschuppen stehen dort.
Heute ist rund um Pohnswarft geschütztes Brut- und Rastgebiet.

WESTERWARFT
Im Jahre 1808 stehen dort 8 Wohnungen, die Warft verfügt über
einen Fething. Nicht lange nach der großen Halligflut 1825 wird
auch Westerwarft aufgegeben weil auch sie zu nahe an der Halligkante
liegt, man rechnet auch hier mit baldigem Totalverlust.
Bis 1954 bleibt die Westerwarft ohne feste Häuser. Lediglich
in den 1930er und 40er Jahren bestehen dort einige Holzbaracken
des Reichsarbeitsdienstes. 1954 läßt die Schleswig-Holsteinische
Landgesellschaft, die Eigentümerin der Warft, darauf drei reetgedeckte
Häuser im traditionellen Baustil in Ost-West Lage errichten. Nach
15 Jahren Vermietung an Arbeiter des Amtes für Land- und Wasserwirtschaft
gehen sie in das Eigentum der Mieter über. Über einen Fething
verfügt die Warft nicht mehr.
Westerwarft-Impressionen:
Westerwarft
Das Barackenlager des Reichsarbeitsdienstes in den späten dreissiger Jahren:
Reichsarbeitsdienstlager, Westerwarft 1936-41