Gröde
 

LAND & PRIEL [Löön än Priil]

Als er an seiner Hallig anlegte, war er wie geblendet. Wie ein Traumbefangener ging er über das beblümte Land. In den Prielen spiegelten sich glitzernd die Sterne. Die gelben Honigblumen hatten schon zur Nacht geschlossen, aber zahlreiche rosa Grasnelken dufteten süß und lieblich um seine Füße.
(Elfriede Rotermund, Godber Godbersen)

Zerklüftetes Land
Abend am Priel
Halliglandschaft
Schafe auf Knudswarft
Schaf
HALLIGLANDSCHAFT BEI TAG

Gröde hat ungefähr 280 Hektar Gesamtfläche. Es sind jedoch nur knapp 200 Hektar Nutzfläche, weil die Hallig von zahlreichen Prielen zerschnitten wird. Gröde ist von den dauerhaft bewohnten Halligen am ursprünglichsten geblieben. Salzwiesenpflanzen wie der wunderbar blühende Halligflieder, der würzig riechende Strandwermut oder Portulak-Keilmelde bestimmen das Bild. Überall stößt man auf schmale oder breite Priele. Das Land ist uneben und zerfurcht.

PRIELE GROSS UND KLEIN

Wandert man über die Hallig, muss man sich vorsehen, dass man nicht unversehens in einen Priel tritt. Manchmal sind Umwege nötig, hat man keine Gummistiefel an.

Es ist ein wenig eigenartig, wenn man sich vostellt, dass man eigentlich eine andere Hallig betritt, wenn man den Priel zwischen der eigentlichen Hallig Gröde und der früheren Hallig Appelland passiert. Das führt einem vor Augen, wie veränderlich diese Landschaft war und ist.

ABENDSTIMMUNG

Heute ist auch Gröde mit Steinkante und niedrigem Deich geschützt und erleidet keine wesentlichen Landverluste mehr, man hat die Allmende jedoch größtenteils beibehalten. Die Allmendewirtschaft auf Hallig Gröde hat für den Gast spürbare Vorteile: Es gibt fast keine Zäune. So kann man – außerhalb der Brutzeit der vielen Vögel natürlich – querfeldein die Hallig erkunden.

Abendstimmung auf einer Hallig ist, man kann es nicht oft genug sagen, kaum zu übertreffen. Der Horizont eben. Pures Licht, pure Farben.

LANDWIRTSCHAFT

Auf Gröde wird als einzige der Halligen noch die alte Form der Landverteilung, die Allmende betrieben. Das bedeutet, jeder Landwirt erhält gemäß seinen Anteilen, die z.B. im Meedebuch festgelegt sind, einen bestimmten Anteil an der Gesamtfläche des Meedelandes. Meedeland ist das Land, auf dem Heu gemacht wird. Dieser Anteil ist zwar immer gleich groß, liegt aber durchaus nicht immer an derselben Stelle. Das sollte früher helfen, Verluste zum Beispiel durch Landabbruch auszugleichen.

Ein Teil des Meedelandes auf Apelland ist schon lange mit einem Sommerdeich geschützt. Man kann auf dem Deich sehr gut spazieren gehen. Heute arbeitet kein Haupterwerbslandwirt mehr auf Gröde. Das Vieh ist wie auf allen Halligen Pensionsvieh vom Festland. Nur die Schafhaltung wird im Maßen noch gepflegt. Sehr zur Freude des Gastes, der Schafe mag.

Schafe am Abend ...