Das Meer um Gröde ist – eben das Meer.
Wunderschön und auch hier kann man prima da
sitzen und aufs Wasser schauen.

DAS MEER UM GRÖDE
Gröde liegt verhältnismäßig festlandsnah, das Wasser
um die Hallig ist recht flach. Das hat die Folge, dass Gröde nur bei
Hochwasser angelaufen kann. Niedrigwasserangaben gibt es für Hallig Gröde nicht.
Beim Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie, BSH, erfährt man:
Keine Niedrigwasserangaben, Pegel fällt trocken.
An der Halligkante:
Meeresstille! Ihre Strahlen
Wirft die Sonne auf das Wasser,
Und im wogenden Geschmeide
Zieht das Schiff die grünen Furchen.
Heinrich Heine
Die Nachbarhalligen und -inseln wirken nicht fern. Aber hinschwimmen möchte
man doch nicht.
Wyk auf Föhr
Hamburger Hallig
Lüttmoor
Oland
Habel

GRÖDES VERSORGUNG
Schiffe können Gröde nur bei Hochwasser anlaufen. Das
begrenzt den Tagestourismus auf eine sehr überschaubare Anzahl
von Stunden. Der Gast, der Urlaub auf Hallig Gröde machen
will, muss allerdings ein gewisses Maß an Flexibilität
mitbringen. Und es bedeutet einige recht spezielle Berdingungen
für die Versorgung der Gröder selbst.
Die MS Rungholt von Kapitän Petersen
ist das Versorgungsschiff der Halligleute, dass die
Güter des täglichen Bedarfs
bringt.
Die Gröder können nur dann ans Festland und
am selben Tag wieder nach Hause, wenn die Tide so liegt, dass
morgens und abends Hochwasser ist. Was nur alle 14 Tage vorkommt.
Sonst ist immer eine Übernachtung am Festland notwendig.
Zwischen den „Festlandstagen“ bestellen die Gröder ihre
Lebensmittel beim Kaufmann am Festland. Der bringt sie zum Anleger
nach Schlüttsiel. Dort nimmt sie Kapitän Petersen an
Bord der Rungholt oder Fiede Nissen, der Postschiffer
von Langeneß, der die kleinen Halligen mit Post versorgt,
nimmt die Waren mit seiner Störtebeker mit. Ist
das Wetter ungünstig, zum Beispiel bei Sturm oder Eisgang,
kann die Verbindung nach Gröde schon einmal einige Wochen
unterbrochen sein. Dann zahlt sich kluge Vorratshaltung aus.
Die MS Rungholt
Auf der MS Rungholt
Boot des Postschiffers Fiede Nissen

DIE BOOTE
Die meisten Gröder besitzen auch ein eigenes Boot. Und wenn jemand im Winter
nach Gröde möchte, um dort Urlaub zu machen, holt der Gastgeber ihn auch vom
Festland ab.

GRÖDES GÄSTE
Auch der Feriengast reist in der Regel mit der MS Rungholt
an. Die Rungholt ist auf Oland
beheimatet und bietet regelmäßige Fahrten ins Halligmeer
und auf die Halligen an.
Der Fremdenverkehr hat zwar nicht die Bedeutung, die er zum Beispiel auf Hooge hat,
aber er wird wichtiger. Die Tagestouristen sind wirtschaftlich kaum von Bedeutung. Sie
kommen, bleiben ein, zwei Stunden, besuchen die Kirche, laufen durch die Warft und kaufen
vielleicht am Halligkiosk ein paar Knerken. Knerken sind traditionelles und überaus
delikates Halliggebäck, das man in süßer Sahne aufgehen lässt.
Die Vermietung von Ferienwohnungen ist aber eine gute Möglichkeit des Nebenerwerbs.
Aber leben kann davon niemand. Gröde bietet derzeit fünf Ferienwohnungen.

GRÖDES KÜSTENSCHUTZ
Der einzige Arbeitgeber auf Hallig Gröde ist das Amt für Ländliche
Räume. Fast alle erwerbstätigen Männer auf Gröde arbeiten im
Küstenschutz. Der ist wie auch auf den anderen Halligen dafür zuständig,
die Hallig zu erhalten. Das heißt, der Deich und das Deckwerk sind zu pflegen,
Lahnungen und Buhnen wollen erneuert sein. Auch die Stöpe muss gewartet und
regelmäßig erneuert werden, wenn Sturmfluten sie zerstören.
Der Sommerdeich auf Gröde hat eine Besonderheit: Er ist geklebt. Eine
Schotterschicht wurde mit dem Polyurethan-Spezialkunststoff Elastocoast® elastisch
zusammengeklebt. Ein Prinzip, dass sich übrigens gut bewährt hat.
Steinkante
Steinkante und Deich
Einfahrt
Bootsanleger
Sieltor
Wenn jemand neu auf die Hallig zieht, versucht die Gemeinde, für
denjenigen auch einen Arbeitsplatz im Küstenschutz sicherzustellen,
damit ein wirtschaftliches Überleben der neuen Halligfamilie
gewährleistet ist. Es ist auch sinnvoll, eine Mindestanzahl
von Männern zum Küstenschutz aufbieten zu können,
damit das Gerät, zum Beispiel die Ramme für die Lahnungspfähle,
überhaupt bedient werden kann.
Halligkante
Deich
Bagger
Männer vom Küstenschutz
Ramme

ABEND AM MEER
Das Fräulein stand am Meere
Und seufzte lang und bang,
Es rührte sie so sehre
Der Sonnenuntergang
Mein Fräulein! Sein Sie munter,
Das ist ein altes Stück;
Hier vorne geht sie unter
Und kehrt von hinten zurück.
Heinrich Heine