Die Hamburger Hallig entstand erst nach dem Untergang von Alt-Nordstrand.
Reste von Alt-Nordstrand, der großen Marschinsel, die
in der Flut von 1634 auseinander riss, sind neben der Hamburger Hallig die Inseln Nordstrand
und Pellworm und die Hallig Nordstrandischmoor.
Die Hamburger Hallig gehört mit Lüttmoor zu den Resten der
so genannten Alten Marsch. Alle anderen Halligen sind
die Neue Marsch.
Die
Hamburger Hallig ist der Rest des eingedeichten Alt-Nordstrander
Vorlandes von Volgesbüll. Es lag im östlichen Bogen
der Insel. 1624 wurde es von den wohlhabenden Hamburger Kaufleuten
Rudolf und Arnold Amsinck gepachtet. Die Brüder investierten
300000 Taler, um das Land einzudeichen und in fruchtbares Acker-
und Weideland zu verwandeln. Der Amsinck-Koog entstand.
Die große Sturmflut von 1634 zerstörte den Koog und trennte ihn in zwei
Teile. Nur ein Teil blieb erhalten. Der Deichschutz ging nach und nach ganz verloren,
der ehemalige Koog wurde zur Hallig. Arnold Amsinck lebte auf der Hallig noch bis zu
seinem Tod im Jahre 1656.
Das Haus der beiden Brüder auf der einzigen Warft nannte man Hamburger Haus.
Es wurde zwischen 1634 und 1825 fünfmal durch Sturmflut zerstört und immer wieder
aufgebaut. Die Familie Amsinck besaß die Hallig bis 1760. Danach wechselte die
Hallig häufig den Besitzer bis sie schließlich 1878 in den Besitz des Staates
überging.
Weil man festgestellt hatte, dass an Dämmen die Verlandung besonders gut fortschritt,
baute man 1860 den ersten Damm zur Hamburger Hallig und verstärkte ihn 15 Jahre später
noch einmal nachhaltig. Seit 1901 ist der Damm befahrbar. Die 110 Hektar Halligfläche
ohne Vorland sind als Schafweide verpachtet. Das Grundwasser unter der Hallig ist übrigens
Süßwasser.