DIE WARFTEN [de Weerwe]
Hallig Langeneß besitzt insgesamt 21 Warften. Auf einer befindet
sich der Leuchtturm der Hallig, zwei sind seit langem unbewohnt.
Eine weitere Warft ist zwar derzeit unbewohnt, besitzt aber ein
Haus und ist bewohnbar. Die anderen 17 Warften sind alle bewohnt.
Im Südwesten befindet sich der Fähranleger, im Nordosten
der Lorenbahnhof. Da Langeneß aus ursprünglich drei Halligen
besteht, haben wir auch die Warften entsprechend aufgeteilt.
Halligteil NORDMARSCH:
Halligteil BUTWEHL:
Halligteil LANGENESS:

Die Warften von Osten nach Westen:
EHEMALIGE HALLIG NORDMARSCH:
ALT-PETERSWARF (LEUCHTTURM)
Im 18. und noch im 19. Jahrhunderts lebten auf der Alt-Peterswarft
mehrere wohlhabende Kapitänsfamilien. Doch bereits gegen Ende
des 19. Jahrhunderts war der Abbruch nicht mehr aufzuhalten. Die
Bewohner zogen um auf andere Warften oder verließen ganz die
Hallig.
Auf der Alt-Peterswarf befindet sich heute der Leuchtturm Nordmarsch.
Bis weit ins 19. Jahrhundert verlief der Schiffahrtsweg zwischen
den beiden Halligen Oland und Langeneß hindurch. Ende des
19. Jahrhunderts wurde ein Dammbau geplant, der Oland mit Langeneß
verbinden sollte und den Schiffahrtsweg verschloss.
Mehrere Schiffer aus Wyk und Husum intervenierten bei der Wasserbauinspektion,
die künftige Route von Husum nach Wyk über Süderaue
und Marschnack sei deutlich schwieriger zu befahren und forderten
ein Leuchtfeuer am westlichsten Ende der Hallig Nordmarsch-Langeneß.
Um die Jahrhundertwende wurden Oland und Langeneß mit einem
Kleidamm verbunden und die Landgewinnung eingeleitet. Auf der alten,
seit 1894 verlassenen Peterswarf von Nordmarsch wurde ein Probefeuer
entzündet.
Das
Probefeuer bewährte sich, also wurde die alte Peterswarft mit
in die steinerne Befestigung der Halligkante einbezogen und 1901
mit einer Steindecke befestigt. 1902 wurde der Leuchtturm errichtet.
Bereits 1916 erlitt der Turm durch eine Seemine erheblichen Schaden,
der Mauerwerksturm wurde von Rissen durchzogen und stand fortan
schief. Mangels Geld wurde das Leuchtfeuer lange nicht saniert.
Den Zweiten Weltkrieg überstand der Turm unbeschadet. Doch
erst im Jahre 1953 wurde die Schäden aus dem Ersten Weltkrieg
behoben, das Leuchtfeuer mit Ziegeln ummantelt und die Schiefstellung
korrigiert.
Der Eigentümer der alten Peterswarf, Julius Paulsen, fungierte
auch als Leuchtturmwärter. Nach seinem Tod 1935 übernahm
seine Tochter Nomina bis 1958 diese Aufgabe. Danach übernahm
Johannes Andresen von Kirchofswarf die Aufgabe. Er Übertrug
sie 1964 an seinen Sohn Karl. Seit 1984 wird die Betreuung des Leuchtturms
von Amrum aus wahrgenommen.
Der Turm ist 11 Meter hoch, das Leuchtfeuer befindet sich in 16
Metern Höhe. Das Leuchtfeuer befindet sich auf Position 54°37,6’N
/ 08°31,8’E. Das Leuchtfeuer hat einen roten und einen
weißen Sektor. Die Tragweite des weißen Lichts beträgt
14 Seemeilen, die des roten 11 Seemeilen. Das Leuchtfeuer blinkt
zwei Sekunden, ist dann drei Sekunden dunkel, dann wieder zwei Sekunden
Licht, drei Sekunden dunkel, zwei Sekunden Licht, acht Sekunden
dunkel und das ganze von vorn. In der Fachsprache wird dieser Vorgang
abgekürzt: Blk (3) w/r – 20s.
.
BILDERGALERIE
Der Untergang der Alt-Peterswarft, beschrieben von Dr. Eugen Träger:
"Als ich sie 1886 zum ersten Mal sah, erschien sie mir bereits
rettungslos verloren: Schon standen die Pfähle der Schafhürden
und die Zäune auf grauem Schlick, bei Flut im Wasser, schon
war der Halliggrund am Fething zerrissen, der Wall selbst geschwächt
und mühsam durch Strohnaht geschützt. Später fand
ich die gefährlichsten Schäden etwas dauerhafter ausgebessert,
aber die Warft bildete dafür jetzt (1892) bereits eine Halbinsel
und dürfte dem nächsten Hochwasser kaum noch genügenden
Widerstand leisten, so dass die Bewohner genötigt sind, weiter
landeinwärts eine neue Warft (Neu-Peterswarft) aufzuschütten,
woran gegenwärtig gearbeitet wird. Die Peterswarft verfällt
somit rapid dem Schicksal manch anderer Warft, deren klägliche
Reste in düsterem Schweigen hineinstarren in die Fluten, die
unermüdlich an iher Vernichtung bis zum völligen Verschwinden
weiterarbeiten."
Die alte Peterswarft im Abbruch um 1895:

NEU-PETERSWARF
Die Neu-Peterswarf war als Ersatz für die zerstörte Alt-Peterswarf
geplant. Sie wurde 1895 nach fünf Jahren Bauzeit fertig gestellt.
Damit ist sie die jüngste Warft auf den Halligen. In der schweren
Sturmflut von 1962 wurde sie jedoch bereits wieder derart zerschlagen,
dass sie nicht mehr bewohnbar war. Weil sie recht nahe an der Halligkante
liegt, blieb sie seitdem unbebaut.
BILDERGALERIE

HALGEWARF
Die Halgewarf ist im Gegensatz zur Neu-Peterswarf eine alte Warft.
Bereits im 17. Jahrhundert bewohnt, wurde sie in der großen
Halligflut von 1825 zerschlagen und, weil nahe der Halligkante,
nicht neu besiedelt. Die Warft befindet sich in Privatbesitz. Auf
Halgwarf befindet sich eine kleine Sommerhütte, das Halge Huus.
Die Langenesser schenkten die Warft ihrem ehemaligen Lehrer Koch.
Koch war 1921 Lehrer auf der Hallig und brachte danach noch viele
Jahre lang Gruppen von Jugendliche zur Erholung auf die Hallig.
Die jungen Leute verbrachten den Sommer als Hütejungen auf
Langeneß. Der Lehrer errichtete sich ein kleines Sommerhaus
auf seiner Warft. Das Häuschen fiel der Sturmflut von 1976
zum Opfer und wurde danach durch die heute noch vorhandene Hütte
ersetzt, die tagsüber von den Feriengästen des Besitzers
genutzt werden kann.
BILDERGALERIE

RIXWARF
Rixwarf liegt unmittelbar neben dem Fähranleger direkt an
der Halligkante. Die Maßnahmen zur Uferbefestigung kamen für
Rixwarf gerade noch rechtzeitig, um sie vor dem Untergang zu bewahren.
Mitte des 18. Jahrhunderts lebten noch fast 50 Menschen auf Rixwarf,
weniger als 150 Jahre später gaben die letzten Bewohner dem
Kampf um ihre Warft auf und zogen fort. Rixwarf gelangte in den
Besitz des Staates. Zunächst richte das Wasserbauamt Husum
eine Bracke für seine Arbeiter. In den zwanziger Jahren wurde
die Baracke durch ein richtiges Hallighaus ersetzt. Das reetgedeckte
Haus steht bis heute und beherbergt zwei kleine Wohnungen für
Wasserbauarbeiter. Außerdem befindet sich auf Rixwarf ein
Kiosk, dessen Besitzer auch den Fahrradverleih betreibt, ein Informationszentrum
der Schutzstation Wattenmeer. Die Ausstellung ist im Sommer täglich
von 12 bis 15 Uhr oder auf Anfrage geöffnet. Auch ein öffentliches
Telefon und ein öffentliches WC befinden sich auf Rixwarf.
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DER ANLEGER
Nahe der Rixwarf liegt der Fähranleger der Hallig Langeneß.
Dort betritt der Gast in der Regel die Hallig. Wie auch Hallig Hooge
wird Langeneß regelmäßig von der Hilligenlei I
von der WDR angelaufen. Der Anleger selbst ist verhältnismäßig
neu - er stammt aus dem Jahr 1999. Dicht dabei liegt der alte Anleger.
Er war deutlich tideabhängig - bei Niedrigwasser nicht anzufahren,
bei Hochwasser überflutet.
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KIRCHHOFSWARF
Kirchhofswarf:
Auf Kirchhofswarf stand früher einmal die Kirche der Hallig
Nordmarsch. Auch die Geschichte der Nordmarscher Kirche ist die
einer typischen Halligkirche: Immer wieder Verlust und Neuanfang.
Bereits im 14. Jahrhundert existierte eine Gemeinde mit dem Namen
Nordmarsch. Ihre Kirche lag ungefähr drei Kilometer westlich
der heutigen Hallig. In der ersten Großen Mandränke 1362
versank auch diese Kirche. Die Nordmarscher gingen seitdem nach
St. Johannis auf Föhr zur Kirche. Durchs Watt konnte man damals
noch problemlos von Nordmarsch zur Insel Föhr gelangen.
Genau wie über das Rummelloch zwischen Hooge und Pellworm
existiert auch hier die Sage, ein Pferdeschädel habe mitten
im Priel gelegen und man habe trockenen Fußes von der Hallig
zur Insel und zurück gelangen können, indem man auf den
Pferdeschädel getreten wäre.
Doch irgendwann wurde der Weg immer schwieriger, zum Gottesdienst
zu gelangen. Und so errichteten die Nordmarscher 1599 ihre neue
Kirche. Sie lag auf der Nommenswarf. Auch diese Warft versank, ihr
Standort befand sich ungefähr einen Kilometer vor der heutigen
Halligkante.
Im Jahre 1732 wurde dann die dritte Kirche errichtet. Sie stand
schon auf der heutigen Kirchhofswarf. Ein Jahr später entstand
das dazugehörige Pastorat.
Lorenz Lorenzen schreibt in seiner „Genauen Beschreibung
der wunderbaren Insel Nordmarsch“ von 1749 im Kapitel „Von
dem Kirch-Hofe, der Kirchen und dem Pastorat-Hause auf Nordmarsch“
folgendes:
„Anfänglich waren einige auf unsrer Insel mit diesem
neuen Kirchbau gar nicht zufrieden, weil sie meinten: Es könnte
die alte Kirche noch viele Jahre lang stehen. Diese Unzufriedenheit
ging auch so weit, daß, als ein Schmack nach Holland gesand
war, Kalck und Steine zu holen, und zugleich die Handgelder und
Kisten der Seefahrenden mitbringen solte, einige gantz unbesonnen
wünscheten, das Schiff möchte mit Steinen und Gütern
einsinken, und siehe, es geschah also: Das Schmack ging zu Grunde,
und sie büßeten zugleich ihre Güter mit ein. Der
Bau aber mußte doch fortgehen, und itzo sind alle froh, daß
er vollendet ist, weil sie doch schon vor einigen Jahren daran gemußt
hätten. Unser itziger neuer Kirchhof lieget also, wie schon
erwehnet, mitten auf der Insel, dicht an dem großen Heeg-Fluß,
wo er sich mit der Elbe vereiniget, er ist nach unserer Art; schon
groß und hoch aufgeführet, daß wir uns für
den ordinairen Fluthen nicht fürchten dürfen. Des Sommers
ist er mit grünen Rasen und Blumen gantz bewachsen, und lassen
wir ihn zuweilen 2 mahl mähen. Wir haben auf unserm Kirchhofe
keine Nachbahren; und stehet die Kirche samt dem Pastorat-Hause
alleine darauf. Es ist hier folglich gantz stille, zum Studieren
überaus bequem, und genießen wir fast immerfort einer
ungestöhrten Einsamkeit. Die Kirche ist mit Stroh gedecket,
hat höltzerne Giebel, und ist etwas höher als ein gemeines
Haus. Inwendig ist sie mit einer Grund-Farbe angestrichen. Die Kantzel
stehet über dem Altar, und ruhet auf demselben. An der Kantzel,
welche schwartz gefärbet, sind die 4 Evangelisten aus Holtz
geschnitzet, und mit weißer Farbe angestrichen, zu sehen.
Unter dem Boden der Kirche hangen 2 Grönländische Schiffe,
und ein Orlog-Schiff, welche zum Zierrath dahin verehret worden.
An der Wand hänget ein höltzernes Crucifix, und ist sonsten
kein Bildniß darin anzutreffen. In der Kirche sind 182 Kirchstellen,
welche unsern Einwohnern Raum genug geben. Eine Glocke haben wir
nicht an unserer Kirche, und können also weder die Leichen
zu Grabe leuten, noch auch das Zeichen zur Predigt geben. Die Leute
kommen am Sonntage nach der Kirche zu, wenn es ihnen dünket,
daß es Zeit sey; die weit entlegenen Warff-Leute fangen erst
an zu gehen, und darnach richten sich die andern, damit sie zu gleicher
Zeit da seyn mögen. Auch haben wir in unserer Kirche keine
Orgel, auch keinen Klingbeutel, sondern nur eine kleine meßinge
Armbüchse. Sonst haben wir an unserm Hause einen ziemlichen
Garten, welcher aber mit wenigen Unkosten wohl den dritten Theil
größer werden könnte. In diesem Garten wachsen alle
Küchen-Kräuter gar schön, als: Wurtzeln, Rüben,
welsche Bohnen, türkische Bohnen, Salbey, Timian, Majoran,
Gurken und fast alles, was man darinnen säet, wenn aber die
Gurken nicht fortwollen, so wächset hier auf dem Lande in den
Sikken und niedrigen Orten ein sonderbares Gewächse, welches
man Quellrings zu nennen pfleget; diese werden gekochet, und mit
etwas Gewürtz in Eßig eingemachet, sodann an statt der
Gurken zum Braten gegessen, und sehr schmackhaft befunden. Das schlimmste
ist, daß wir bey trockenen Sommern
nicht so viel Wasser in unsern Brunnen haben, daß wir unsere
Kräuter etwas anfeuchten können, da denn manches wegen
Mangel der Feuchtigkeit ausdürren und verwelken muß.
Bäume wollen weder in unserm Garten noch in andern Gärten
auf der gantzen Insel wachsen, und müssen wir also alle des
Vergnügens, welches andere in Anschauung fruchtbahrer Bäume,
in Einsammlung und Genießung der Früchte haben, entbehren.
[…]“
1825 in der Großen Halligflut wurde die Kirche dann so schwer
beschädigt, dass sie nur notdürftig hergerichtet und 1838
endgültig abgebrochen wurde. Die Gemeinde Nordmarsch wurde
mit der von Langeneß vereinigt. Das alte Pfarrhaus wurde erst
nach der Sturmflut 1962 abgebrochen. Erhalten blieb der alte Friedhof,
vor dem Wind geschützt durch alte, knorrige und gebeugte Bäume.
Bis heute ist er die letzte Ruhestätte der Nordmarscher. Ein
Bauerhof befindet sich noch auf der Warft.
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HILLIGENLEY
Hilligenley ist eine sehr alte Warft. Bereits 1471 wurde die Warft
erwähnt. Um die Jahrhundertwende wurde die Warft durch literarisch
weithin bekannt durch den Roman „Hilligenlei“ des damals
sehr beliebten Heimatdichters Gustav Frenssen. Das erklärt
vielleicht auch bereits frühes touristisches Interesse und
die Tatsache, dass es von Hilligenley mehr alte Postkarten zu geben
scheint als von jeder anderen Warft. Auf der Nordseite der Warft,
die der Hallig zugewandt ist, existieren noch einige alte, reetgedeckte
Hallighäuser. Auf der anderen Seite, Richtung Anleger, sind
die Häuser typische Vertreter der post-1962-Bauweise.
Heute befinden sich auf Hilligenley die Gaststätte der Hallig
Langeneß, ein Hotel sowie der Halligkindergarten und die Gemeindepflegestation.
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MAYENSWARF
Auf Mayenswarf befindet sich eine Häusergruppe mit fünf
Haushalten. Der Gast findet dort mehrere Ferienwohnungen.
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SÜDERHÖRN
Süderhörn hat zwei Haushalte. Dort kann man Ferien auf
einem Ponyhof machen.
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TREUBERG
Auf Treuberg befindet sich nur ein Hof. Der Hof ist ein typischer
alter uthländischer Hof. Auch die große Halligsanierung
hat er unverändert überstanden. Der Hof ist leider schon
seit längerer Zeit unbewohnt. Auch die letzte Warfterhöhung
hat die Warft nicht mitgemacht.
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NORDERHÖRN
Norderhörn hat fünf Haushalte. Auch dort werden Ferienwohnungen
vermietet .
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EHEMALIGE HALLIG BUTWEHL
TAMENSWARF
Tamenswarf:
Auf Tamenswarf befindet sich ein Haus. Dort gibt es Unterkünfte
für Jugendgruppen und Ferienwohnungen.
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CHRISTIANSWARF
Christanswarf beherbergt drei Haushalte. Auch dort kann man eine
Ferienwohnung buchen.
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Christianswarf früher

TADENSWARF
Tadenswarf beherbergt wohl vier Haushalte. Dort gibt es eine Ferienwohnung
und eine Unterkunft für Gruppen. Auf Tadenswarf befand sich
früher die legendäre Mamale-Bar. Leider ist der Besitzer
2008 verstorben und die Räumlichkeiten wurden zu einer Wohnung
umgebaut.
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EHEMALIGE HALLIG LANGENESS
KETELSWARF
Ketelswarf ist eine sehr malerische Warft mit alten reetgedeckten
Häusern aus der großen Zeit, als Halligmänner als
Kapitäne Wohlstand mit nach Hause brachten. Die Hälfte
aller Häuser aus der Zeit vor 1900, die Hallig Langeneß
noch besitzt, befindet sich hier.
Das Gertsen-Haus stammt aus dem Jahr 1725. Es wird seit knapp zehn
Jahren als Museum genutzt und beherbergt eine Ausstellung über
die Zeit der großen Segelschiffe. Besonderes Augenmerk legt
man auf die Ausstellung zur Preußen, das einzige Fünfmast-Vollschiff,
das jemals zur See fuhr und ihren Kapitän Boy Petersen. Petersen
stammte von Langeneß.
Das Kapitän-Tadsen-Museum befindet sich ebenfalls in einem
alten Hallighaus. Das Haus wurde ursprünglich 1741 von Tade
Volkerts erbaut, einem erfolgreichen Kapitän in niederländischem
Dienst. Kapitän Volkerts ließ sein Haus wie damals üblich
mit kostbaren Delfter Fliesen ausstatten und sparte auch sonst nicht
an der Einrichtung. 1825 wurde das Haus in der großen Halligflut
schwer beschädigt, aber noch im gleichen Jahr wiederhergestellt
und erweitert. Die schweren Sturmfluten 1962 und 1976 überstand
das alte Haus glücklich. 1968 ging es in den Besitz der Gemeinde
Langeneß über. Als 1981 die letzte Bewohnerin verstarb,
gestaltete die Gemeinde das haus zum Museum um, wie es heute zu
besichtigen ist.
Das Tadsenhaus repräsentiert ein typisches Kapitänshaus
aus dem 18. Jahrhundert mit Döns, Pesel, Küche, Kammer
und Stall. Die Fliesen sind teils noch original, teils liebevoll
nachgearbeitet. Im Pesel befindet sich ein prächtiger Bilegger-Ofen.
Es gibt Führungen von Ostern bis Oktober täglich um 13.30
und 15.30 Uhr.
Ebenfalls auf Ketelswarf kann man den Nachbau einer Bockmühle
bewundern. Bockmühlen waren einmal weit verbreitet auf allen
Halligen. Man kaufte Getreide auf dem Festland, Ackerbau war auf
den Halligen unmöglich. Gemahlen allerdings wurde auf den Halligen
selbst, zum Teil mit Handmühlen, zum Teil aber auch mit solchen
Bockmühlen. Im Laufe der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts
verschwanden nach und nach die Mühlen von den Halligen. Die
Mühle auf Ketelswarf ist ein exakter Nachbau der Mühle
des Halligbauern Peter Hansen von Norderhörn von 1926.
Auf Ketelswarf gibt es noch eine weitere Sehenswürdigkeit:
Den Nachbau der Segellore, wie sie die legendäre Magda Mathiesen
von Oland, Käpt’n Magda genannt, nach dem letzten Krieg
noch bis 1968 betrieb. Zeitweise war ihre Lore die einzige Verbindung
zum Festland.
Auf Ketelswarf befindet sich auch die Freiwillige Feuerwehr der
Hallig, das Fremdenverkehrsbüro, ein Café und ein Kiosk.
BILDERGALERIE KETELSWARF
Die Warft:
Gertsen-Haus:
Bockmühle und Segellore
Tadsen-Haus:
BILDERGALERIE TADSEN-MUSEUM:
Stall und Küche:
Kammer, Döns und Pesel:
Teil eins:
Teil zwo:

KIRCHWARF
Bereits vor 1362 existierte eine Gemeinde mit Namen Langeneß.
Ihre Kirche lag etwa einen Kilometer nordwestlich der heutigen Hunnenswarf
und ging in der großen Flut, der ersten großen Mandränke
vom 16. Januar 1362 verloren. Danach waren die Langenesser für
fast dreihundert Jahre nach Oland eingepfarrt. Bis 1634 bestand
eine feste Landverbindung zwischen Langeneß und Oland.
In der Burchardiflut von 1634, der zweiten großen Mandränke,
zerbrach die Verbindung. Die kirchlichen Verhältnisse wurden
nach dem Verlust vieler Kirchen nun neu geordnet. Langeneß
erhielt wieder ein Kirchspiel. Bis 1663 mussten die Gottesdienste
in einem Privathaus abgehalten werden.
Bis 1666 wurde die Gemeinde Langeneß noch von Studenten der
Theologie betreut, danach wirkten voll ausgebildete Pastoren auf
der Hallig. Erst dann erhielt Langeneß einen eigenen Kirchenbau,
der bereits auf der heutigen Kirchwarf stand. 1666 wurde auch Butwehl,
das bis dahin zur Gemeinde Gröde gehört hatte, nach Langeneß
eingemeindet.
Bereits 1725 musste die Kirche durch einen Neubau ersetzt werden.
Die alte Langenesser Kirche sah ein wenig so aus, wie man es heute
noch an der Oländer Kirche sehen kann. 1828 erfolgte die Vereinigung
der Gemeinden Langeneß und Nordmarsch.
1894 wurde schließlich auf den Fundamenten der alten Kirche
der heute noch bestehende Kirchenbau errichtet. Das östliche
Drittel wurde zunächst abgetrennt und als Schule benutzt. Seit
Langeneß in den 1960er Jahren eine neue Schule weiter östlich
auf Kirchwarf erhielt, wird der alte Schulraum für Gemeindezwecke
genutzt. Neben der Kirche befindet sich das Pastorat. Das heutige
Gebäude stammt aus den 1970er Jahren. Sein Vorgängerbau
von 1872, der an der gleichen Stelle das alte Pastorat aus dem 18.
Jahrhundert ersetzt hatte, wurde nun abgerissen.
BILDER GALERIE KIRCHWARFT:
Das Kircheninnere
Das älteste Stück der Ausstattung stammt aus dem 13.
Jahrhundert. Es befindet sich im Vorraum der Kirche und ist das
alte Taufbecken von Nordmarsch. Im Vorraum befindet sich auch eine
Grabinschrift in friesischer Sprache.
Der Flügelaltar wurde 1670 von zwei Langenesser Schiffern
gestiftet. Die beiden Schiffer hatte 1666 die Verhandlungen über
eine Pfarrstelle für Langeneß geführt.Das Kruzifix über
dem Altar ist eine Schöpfung
der Barockzeit mit einer interessanten Darstellung: Ein schwebender
Engel fängt mit einem Kelch das Blut Christi auf.
Der Altarleuchter ist eine Stiftung von 1667.
Die Kanzel wurde 1696 ebenfalls von Schiffern gestiftet. Sie wurde
1729 neu bemalt und zeigt die vier Evangelisten und Christus.
Das Taufbecken im Altarraum stammt
aus dem 16. Jahrhundert und wurde aus einer der 1634 untergegangenen
Kirchen des alten Strand geborgen. Das Votivschiff D Vrouw
Cornelia stammt von 1928 vom Langenesser Peter Hansen.
Das Kruzifix an der Nordwand stammt ebenfalls aus der alten Kirche
von Nordmarsch.
An der Westwand befindet sich die Pastorentafel mit den Namen aller
Langenesser Prediger von 1666 bis 1969. Dann wurde eine neue Tafel
begonnen.
Beachtlich ist auch die Deckenmalerei mit Geschichten aus dem alten
und neuen Testament. Sie stammt von 1731. Osterleuchter
von 1990 und Kronleuchter von 1999 sind jüngere Erwerbungen.
An der Südwand kann man noch eine Skulptur sehen, die vor Langeneß
im Watt gefunden wurde. Herkunft und Bestimmung sind unbekannt.
Der Glockenstapel ist von 1957, die Fahne zeigt das Halligschiff
Hoffnung und ist ebenfalls eine Stiftung von Peter Hansen.
GLOCKENSTAPEL UND FRIEDHOF

HONKENSWARF
Auf Honkenswarf wirtschaftet der einzige Milchbauer der Hallig,
der ganzjährig 60 Tiere hält. Dort kann man auch Ferien
auf dem Bauernhof machen. Die Bauersleute verkaufen auch Milch und
Eier direkt vom Hof. Ebenfalls auf Honkenswarf befindet sich die
Friesenstube, ein wieder hergerichteter Pesel. Sozusagen das Gegenstück
zum Hooger Königspesel. Führungen für Halliggäste
sind Dienstags und Donnerstags um 10.30 Uhr gegen Eintritt oder
nach telefonischer Vereinbarung.
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PETERSWARF
Auf Peterswarf bietet die Schutzstation Wattenmeer zusammen mit
dem WWF im Wattenmeerhaus Langeneß Platz und Betreuung für
Seminaraufenthalte, naturkundliche Wanderungen in Salzwiese und
Watt. Die Mitarbeiter des Wattenmeerhauses leisten wertvolle Arbeit
im Naturschutz, insbesondere was den Schutz der vielen Vögel
auf der Hallig und im Wattnmeer anbelangt, die alljährlich
auf ihrem Zugweg Rast machen.
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NEUWARF
Neuwarf liegt sehr nahe am Meer. Auch dort kann man Ferienwohnungen
buchen.
Und auf Neuwarf lebt einer der bekanntesten Menschen der Halligwelt:
Fiede Nissen. Fiede Nissen ist seit über 30 Jahren schon der
Postschiffer der Halligen.
Der Postschiffer ist kein Angestellter der Post, sondern freier
Unternehmer, der mit der Deutschen Post AG einen Vertrag geschlossen
hat, der ihn verpflichtet, in Schlüttsiel den seefesten Postkasten
aus Husum in Empfang zu nehmen und die Post zu den vier Halligen
Langeneß, Gröde, Oland und Habel zu bringen. Dazu ist
er berechtigt, den gelben Postwimpel an seinem Boot zu setzen.
Der Postschiffer fährt nur bei Nebel und bei Wind über
Windstärke sechs nicht mehr. Dann nutzt Fiede Nissen für
die Fahrt nach Langeneß und Oland den Lorendamm.
Den Halligkrankenpfleger fährt er in dringenden Notfällen
wohl auch noch bei Windstärke sieben.
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HUNNENSWARF
Auf Hunnenswarf hat der Halligkaufmann sein kleines Geschäft.
Der Laden ist so klein, dass nur eine einstellig Zahl von Leuten
hineinpasst. Von Montags bis Samstags ist von 8.00 bis 18.00 Uhr
geöffnet und selbst Sonntags von 10.00 bis 14.00 Uhr. Im Winter
werden die Öffnungszeiten reduziert. Der Kaufmann beliefert
Langeneß und Oland mit allen Waren des täglichen Bedarfs.
Auch die Bank befindet sich auf Hunnenswarf. Allerdings ist das
keine richtige Bankfiliale, nicht einmal ein Geldautomat, sondern
nur eine Zahlstelle der VR-Bank Niebüll mit EC-Karten-Lesegerät.
Und natürlich kann man auch auf Hunnenswarf Ferien machen.
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PETERHAITZWARF
Auf Peterhaitzwarf befindet sich ein Kapitänshaus aus dem
Jahr 1771 mit Nebengebäude. Die Warft mit dem alten Haus befindet
sich in Privatbesitz. Im Internet kann man die Anzeige für
den Verkauf finden, bezeichnenderweise bei einem Anbieter, der sonst
ganze Inseln verkauft. Das Haus scheint wunderschön ausgestattet
zu sein, viele alte Teile der Inneneinrichtung wie Bileggerofen
oder Delfter Kacheln scheinen erhalten. Der dort verlangte Preis
sprengt allerdings auch bei weitem das Budget normaler Menschen.
So bleibt Peterhaitzwarf weiterhin nicht ganzjährig bewohnt.
Diese Warft steht exemplarisch für das Dilemma, das auf Halligen
und Inseln oft herrscht: Wenn Immobilien gekauft werden, dann oft
von Menschen vom Festland, die ihren Urlaub oder ihre Wochenenden
dort verbringen. Für die kleinen Halliggemeinden wäre
es schöner, wenn Menschen dort einzögen, die immer dort
leben.
Über die Schreibweise dieser Warft scheint es Unklarheiten
zu geben, man findet Peterhaiz, Peterhaitz oder Peterheitz, mal
mit -warf, mal mit -warft, mal ohne ...
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BANDIXWARF
Auf Bandixwarf befinden sich drei Haushalte. Man kann dort eine
Ferienwohnung mieten.
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DER LORENBAHNHOF
Nahe der Bandixwarf befindet sich der halligseitige Endpunkt der Lorenbahn Dagebüll-Oland-Langeneß.
Die Loren stehen ungeordnet hintereinander. Möchte jemand seine Lore nutzen, kann das erheblichen Aufwand
bedeuten: Umschieben bis die eigene Lore vorn ist. Wenn Landunter droht, müssen die Loren auf den
Warften in Sicherheit gebracht werden.
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