Langeneß
 

DIE WARFTEN [de Weerwe]

Hallig Langeneß besitzt insgesamt 21 Warften. Auf einer befindet sich der Leuchtturm der Hallig, zwei sind seit langem unbewohnt. Eine weitere Warft ist zwar derzeit unbewohnt, besitzt aber ein Haus und ist bewohnbar. Die anderen 17 Warften sind alle bewohnt. Im Südwesten befindet sich der Fähranleger, im Nordosten der Lorenbahnhof. Da Langeneß aus ursprünglich drei Halligen besteht, haben wir auch die Warften entsprechend aufgeteilt.

Halligteil NORDMARSCH:

Halligteil BUTWEHL:

Halligteil LANGENESS:

Die Warften von Osten nach Westen:

EHEMALIGE HALLIG NORDMARSCH:
ALT-PETERSWARF (LEUCHTTURM)

Im 18. und noch im 19. Jahrhunderts lebten auf der Alt-Peterswarft mehrere wohlhabende Kapitänsfamilien. Doch bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts war der Abbruch nicht mehr aufzuhalten. Die Bewohner zogen um auf andere Warften oder verließen ganz die Hallig.

Auf der Alt-Peterswarf befindet sich heute der Leuchtturm Nordmarsch. Bis weit ins 19. Jahrhundert verlief der Schiffahrtsweg zwischen den beiden Halligen Oland und Langeneß hindurch. Ende des 19. Jahrhunderts wurde ein Dammbau geplant, der Oland mit Langeneß verbinden sollte und den Schiffahrtsweg verschloss.

Mehrere Schiffer aus Wyk und Husum intervenierten bei der Wasserbauinspektion, die künftige Route von Husum nach Wyk über Süderaue und Marschnack sei deutlich schwieriger zu befahren und forderten ein Leuchtfeuer am westlichsten Ende der Hallig Nordmarsch-Langeneß.

Um die Jahrhundertwende wurden Oland und Langeneß mit einem Kleidamm verbunden und die Landgewinnung eingeleitet. Auf der alten, seit 1894 verlassenen Peterswarf von Nordmarsch wurde ein Probefeuer entzündet.

Das Probefeuer bewährte sich, also wurde die alte Peterswarft mit in die steinerne Befestigung der Halligkante einbezogen und 1901 mit einer Steindecke befestigt. 1902 wurde der Leuchtturm errichtet. Bereits 1916 erlitt der Turm durch eine Seemine erheblichen Schaden, der Mauerwerksturm wurde von Rissen durchzogen und stand fortan schief. Mangels Geld wurde das Leuchtfeuer lange nicht saniert. Den Zweiten Weltkrieg überstand der Turm unbeschadet. Doch erst im Jahre 1953 wurde die Schäden aus dem Ersten Weltkrieg behoben, das Leuchtfeuer mit Ziegeln ummantelt und die Schiefstellung korrigiert.

Der Eigentümer der alten Peterswarf, Julius Paulsen, fungierte auch als Leuchtturmwärter. Nach seinem Tod 1935 übernahm seine Tochter Nomina bis 1958 diese Aufgabe. Danach übernahm Johannes Andresen von Kirchofswarf die Aufgabe. Er Übertrug sie 1964 an seinen Sohn Karl. Seit 1984 wird die Betreuung des Leuchtturms von Amrum aus wahrgenommen.

Der Turm ist 11 Meter hoch, das Leuchtfeuer befindet sich in 16 Metern Höhe. Das Leuchtfeuer befindet sich auf Position 54°37,6’N / 08°31,8’E. Das Leuchtfeuer hat einen roten und einen weißen Sektor. Die Tragweite des weißen Lichts beträgt 14 Seemeilen, die des roten 11 Seemeilen. Das Leuchtfeuer blinkt zwei Sekunden, ist dann drei Sekunden dunkel, dann wieder zwei Sekunden Licht, drei Sekunden dunkel, zwei Sekunden Licht, acht Sekunden dunkel und das ganze von vorn. In der Fachsprache wird dieser Vorgang abgekürzt: Blk (3) w/r – 20s.

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BILDERGALERIE

Der Untergang der Alt-Peterswarft, beschrieben von Dr. Eugen Träger:

"Als ich sie 1886 zum ersten Mal sah, erschien sie mir bereits rettungslos verloren: Schon standen die Pfähle der Schafhürden und die Zäune auf grauem Schlick, bei Flut im Wasser, schon war der Halliggrund am Fething zerrissen, der Wall selbst geschwächt und mühsam durch Strohnaht geschützt. Später fand ich die gefährlichsten Schäden etwas dauerhafter ausgebessert, aber die Warft bildete dafür jetzt (1892) bereits eine Halbinsel und dürfte dem nächsten Hochwasser kaum noch genügenden Widerstand leisten, so dass die Bewohner genötigt sind, weiter landeinwärts eine neue Warft (Neu-Peterswarft) aufzuschütten, woran gegenwärtig gearbeitet wird. Die Peterswarft verfällt somit rapid dem Schicksal manch anderer Warft, deren klägliche Reste in düsterem Schweigen hineinstarren in die Fluten, die unermüdlich an iher Vernichtung bis zum völligen Verschwinden weiterarbeiten."

Die alte Peterswarft im Abbruch um 1895:
NEU-PETERSWARF

Die Neu-Peterswarf war als Ersatz für die zerstörte Alt-Peterswarf geplant. Sie wurde 1895 nach fünf Jahren Bauzeit fertig gestellt. Damit ist sie die jüngste Warft auf den Halligen. In der schweren Sturmflut von 1962 wurde sie jedoch bereits wieder derart zerschlagen, dass sie nicht mehr bewohnbar war. Weil sie recht nahe an der Halligkante liegt, blieb sie seitdem unbebaut.

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HALGEWARF

Die Halgewarf ist im Gegensatz zur Neu-Peterswarf eine alte Warft. Bereits im 17. Jahrhundert bewohnt, wurde sie in der großen Halligflut von 1825 zerschlagen und, weil nahe der Halligkante, nicht neu besiedelt. Die Warft befindet sich in Privatbesitz. Auf Halgwarf befindet sich eine kleine Sommerhütte, das Halge Huus. Die Langenesser schenkten die Warft ihrem ehemaligen Lehrer Koch. Koch war 1921 Lehrer auf der Hallig und brachte danach noch viele Jahre lang Gruppen von Jugendliche zur Erholung auf die Hallig. Die jungen Leute verbrachten den Sommer als Hütejungen auf Langeneß. Der Lehrer errichtete sich ein kleines Sommerhaus auf seiner Warft. Das Häuschen fiel der Sturmflut von 1976 zum Opfer und wurde danach durch die heute noch vorhandene Hütte ersetzt, die tagsüber von den Feriengästen des Besitzers genutzt werden kann.

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RIXWARF

Rixwarf liegt unmittelbar neben dem Fähranleger direkt an der Halligkante. Die Maßnahmen zur Uferbefestigung kamen für Rixwarf gerade noch rechtzeitig, um sie vor dem Untergang zu bewahren. Mitte des 18. Jahrhunderts lebten noch fast 50 Menschen auf Rixwarf, weniger als 150 Jahre später gaben die letzten Bewohner dem Kampf um ihre Warft auf und zogen fort. Rixwarf gelangte in den Besitz des Staates. Zunächst richte das Wasserbauamt Husum eine Bracke für seine Arbeiter. In den zwanziger Jahren wurde die Baracke durch ein richtiges Hallighaus ersetzt. Das reetgedeckte Haus steht bis heute und beherbergt zwei kleine Wohnungen für Wasserbauarbeiter. Außerdem befindet sich auf Rixwarf ein Kiosk, dessen Besitzer auch den Fahrradverleih betreibt, ein Informationszentrum der Schutzstation Wattenmeer. Die Ausstellung ist im Sommer täglich von 12 bis 15 Uhr oder auf Anfrage geöffnet. Auch ein öffentliches Telefon und ein öffentliches WC befinden sich auf Rixwarf.

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Rixwarf früher:
DER ANLEGER

Nahe der Rixwarf liegt der Fähranleger der Hallig Langeneß. Dort betritt der Gast in der Regel die Hallig. Wie auch Hallig Hooge wird Langeneß regelmäßig von der Hilligenlei I von der WDR angelaufen. Der Anleger selbst ist verhältnismäßig neu - er stammt aus dem Jahr 1999. Dicht dabei liegt der alte Anleger. Er war deutlich tideabhängig - bei Niedrigwasser nicht anzufahren, bei Hochwasser überflutet.

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KIRCHHOFSWARF

Kirchhofswarf:

Auf Kirchhofswarf stand früher einmal die Kirche der Hallig Nordmarsch. Auch die Geschichte der Nordmarscher Kirche ist die einer typischen Halligkirche: Immer wieder Verlust und Neuanfang.

Bereits im 14. Jahrhundert existierte eine Gemeinde mit dem Namen Nordmarsch. Ihre Kirche lag ungefähr drei Kilometer westlich der heutigen Hallig. In der ersten Großen Mandränke 1362 versank auch diese Kirche. Die Nordmarscher gingen seitdem nach St. Johannis auf Föhr zur Kirche. Durchs Watt konnte man damals noch problemlos von Nordmarsch zur Insel Föhr gelangen.

Genau wie über das Rummelloch zwischen Hooge und Pellworm existiert auch hier die Sage, ein Pferdeschädel habe mitten im Priel gelegen und man habe trockenen Fußes von der Hallig zur Insel und zurück gelangen können, indem man auf den Pferdeschädel getreten wäre.

Doch irgendwann wurde der Weg immer schwieriger, zum Gottesdienst zu gelangen. Und so errichteten die Nordmarscher 1599 ihre neue Kirche. Sie lag auf der Nommenswarf. Auch diese Warft versank, ihr Standort befand sich ungefähr einen Kilometer vor der heutigen Halligkante.

Im Jahre 1732 wurde dann die dritte Kirche errichtet. Sie stand schon auf der heutigen Kirchhofswarf. Ein Jahr später entstand das dazugehörige Pastorat.

Lorenz Lorenzen schreibt in seiner „Genauen Beschreibung der wunderbaren Insel Nordmarsch“ von 1749 im Kapitel „Von dem Kirch-Hofe, der Kirchen und dem Pastorat-Hause auf Nordmarsch“ folgendes:

„Anfänglich waren einige auf unsrer Insel mit diesem neuen Kirchbau gar nicht zufrieden, weil sie meinten: Es könnte die alte Kirche noch viele Jahre lang stehen. Diese Unzufriedenheit ging auch so weit, daß, als ein Schmack nach Holland gesand war, Kalck und Steine zu holen, und zugleich die Handgelder und Kisten der Seefahrenden mitbringen solte, einige gantz unbesonnen wünscheten, das Schiff möchte mit Steinen und Gütern einsinken, und siehe, es geschah also: Das Schmack ging zu Grunde, und sie büßeten zugleich ihre Güter mit ein. Der Bau aber mußte doch fortgehen, und itzo sind alle froh, daß er vollendet ist, weil sie doch schon vor einigen Jahren daran gemußt hätten. Unser itziger neuer Kirchhof lieget also, wie schon erwehnet, mitten auf der Insel, dicht an dem großen Heeg-Fluß, wo er sich mit der Elbe vereiniget, er ist nach unserer Art; schon groß und hoch aufgeführet, daß wir uns für den ordinairen Fluthen nicht fürchten dürfen. Des Sommers ist er mit grünen Rasen und Blumen gantz bewachsen, und lassen wir ihn zuweilen 2 mahl mähen. Wir haben auf unserm Kirchhofe keine Nachbahren; und stehet die Kirche samt dem Pastorat-Hause alleine darauf. Es ist hier folglich gantz stille, zum Studieren überaus bequem, und genießen wir fast immerfort einer ungestöhrten Einsamkeit. Die Kirche ist mit Stroh gedecket, hat höltzerne Giebel, und ist etwas höher als ein gemeines Haus. Inwendig ist sie mit einer Grund-Farbe angestrichen. Die Kantzel stehet über dem Altar, und ruhet auf demselben. An der Kantzel, welche schwartz gefärbet, sind die 4 Evangelisten aus Holtz geschnitzet, und mit weißer Farbe angestrichen, zu sehen. Unter dem Boden der Kirche hangen 2 Grönländische Schiffe, und ein Orlog-Schiff, welche zum Zierrath dahin verehret worden. An der Wand hänget ein höltzernes Crucifix, und ist sonsten kein Bildniß darin anzutreffen. In der Kirche sind 182 Kirchstellen, welche unsern Einwohnern Raum genug geben. Eine Glocke haben wir nicht an unserer Kirche, und können also weder die Leichen zu Grabe leuten, noch auch das Zeichen zur Predigt geben. Die Leute kommen am Sonntage nach der Kirche zu, wenn es ihnen dünket, daß es Zeit sey; die weit entlegenen Warff-Leute fangen erst an zu gehen, und darnach richten sich die andern, damit sie zu gleicher Zeit da seyn mögen. Auch haben wir in unserer Kirche keine Orgel, auch keinen Klingbeutel, sondern nur eine kleine meßinge Armbüchse. Sonst haben wir an unserm Hause einen ziemlichen Garten, welcher aber mit wenigen Unkosten wohl den dritten Theil größer werden könnte. In diesem Garten wachsen alle Küchen-Kräuter gar schön, als: Wurtzeln, Rüben, welsche Bohnen, türkische Bohnen, Salbey, Timian, Majoran, Gurken und fast alles, was man darinnen säet, wenn aber die Gurken nicht fortwollen, so wächset hier auf dem Lande in den Sikken und niedrigen Orten ein sonderbares Gewächse, welches man Quellrings zu nennen pfleget; diese werden gekochet, und mit etwas Gewürtz in Eßig eingemachet, sodann an statt der Gurken zum Braten gegessen, und sehr schmackhaft befunden. Das schlimmste ist, daß wir bey trockenen Sommern
nicht so viel Wasser in unsern Brunnen haben, daß wir unsere Kräuter etwas anfeuchten können, da denn manches wegen Mangel der Feuchtigkeit ausdürren und verwelken muß. Bäume wollen weder in unserm Garten noch in andern Gärten auf der gantzen Insel wachsen, und müssen wir also alle des Vergnügens, welches andere in Anschauung fruchtbahrer Bäume, in Einsammlung und Genießung der Früchte haben, entbehren. […]“

1825 in der Großen Halligflut wurde die Kirche dann so schwer beschädigt, dass sie nur notdürftig hergerichtet und 1838 endgültig abgebrochen wurde. Die Gemeinde Nordmarsch wurde mit der von Langeneß vereinigt. Das alte Pfarrhaus wurde erst nach der Sturmflut 1962 abgebrochen. Erhalten blieb der alte Friedhof, vor dem Wind geschützt durch alte, knorrige und gebeugte Bäume. Bis heute ist er die letzte Ruhestätte der Nordmarscher. Ein Bauerhof befindet sich noch auf der Warft.

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Der alte Kirchhof:
HILLIGENLEY

Hilligenley ist eine sehr alte Warft. Bereits 1471 wurde die Warft erwähnt. Um die Jahrhundertwende wurde die Warft durch literarisch weithin bekannt durch den Roman „Hilligenlei“ des damals sehr beliebten Heimatdichters Gustav Frenssen. Das erklärt vielleicht auch bereits frühes touristisches Interesse und die Tatsache, dass es von Hilligenley mehr alte Postkarten zu geben scheint als von jeder anderen Warft. Auf der Nordseite der Warft, die der Hallig zugewandt ist, existieren noch einige alte, reetgedeckte Hallighäuser. Auf der anderen Seite, Richtung Anleger, sind die Häuser typische Vertreter der post-1962-Bauweise.
Heute befinden sich auf Hilligenley die Gaststätte der Hallig Langeneß, ein Hotel sowie der Halligkindergarten und die Gemeindepflegestation.

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Hilligenley früher:
MAYENSWARF

Auf Mayenswarf befindet sich eine Häusergruppe mit fünf Haushalten. Der Gast findet dort mehrere Ferienwohnungen.

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SÜDERHÖRN

Süderhörn hat zwei Haushalte. Dort kann man Ferien auf einem Ponyhof machen.

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TREUBERG

Auf Treuberg befindet sich nur ein Hof. Der Hof ist ein typischer alter uthländischer Hof. Auch die große Halligsanierung hat er unverändert überstanden. Der Hof ist leider schon seit längerer Zeit unbewohnt. Auch die letzte Warfterhöhung hat die Warft nicht mitgemacht.

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NORDERHÖRN

Norderhörn hat fünf Haushalte. Auch dort werden Ferienwohnungen vermietet .

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EHEMALIGE HALLIG BUTWEHL
TAMENSWARF

Tamenswarf:

Auf Tamenswarf befindet sich ein Haus. Dort gibt es Unterkünfte für Jugendgruppen und Ferienwohnungen.

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CHRISTIANSWARF

Christanswarf beherbergt drei Haushalte. Auch dort kann man eine Ferienwohnung buchen.

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Christianswarf früher
TADENSWARF

Tadenswarf beherbergt wohl vier Haushalte. Dort gibt es eine Ferienwohnung und eine Unterkunft für Gruppen. Auf Tadenswarf befand sich früher die legendäre Mamale-Bar. Leider ist der Besitzer 2008 verstorben und die Räumlichkeiten wurden zu einer Wohnung umgebaut.

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EHEMALIGE HALLIG LANGENESS
KETELSWARF

Ketelswarf ist eine sehr malerische Warft mit alten reetgedeckten Häusern aus der großen Zeit, als Halligmänner als Kapitäne Wohlstand mit nach Hause brachten. Die Hälfte aller Häuser aus der Zeit vor 1900, die Hallig Langeneß noch besitzt, befindet sich hier.

Das Gertsen-Haus stammt aus dem Jahr 1725. Es wird seit knapp zehn Jahren als Museum genutzt und beherbergt eine Ausstellung über die Zeit der großen Segelschiffe. Besonderes Augenmerk legt man auf die Ausstellung zur Preußen, das einzige Fünfmast-Vollschiff, das jemals zur See fuhr und ihren Kapitän Boy Petersen. Petersen stammte von Langeneß.

Das Kapitän-Tadsen-Museum befindet sich ebenfalls in einem alten Hallighaus. Das Haus wurde ursprünglich 1741 von Tade Volkerts erbaut, einem erfolgreichen Kapitän in niederländischem Dienst. Kapitän Volkerts ließ sein Haus wie damals üblich mit kostbaren Delfter Fliesen ausstatten und sparte auch sonst nicht an der Einrichtung. 1825 wurde das Haus in der großen Halligflut schwer beschädigt, aber noch im gleichen Jahr wiederhergestellt und erweitert. Die schweren Sturmfluten 1962 und 1976 überstand das alte Haus glücklich. 1968 ging es in den Besitz der Gemeinde Langeneß über. Als 1981 die letzte Bewohnerin verstarb, gestaltete die Gemeinde das haus zum Museum um, wie es heute zu besichtigen ist.
Das Tadsenhaus repräsentiert ein typisches Kapitänshaus aus dem 18. Jahrhundert mit Döns, Pesel, Küche, Kammer und Stall. Die Fliesen sind teils noch original, teils liebevoll nachgearbeitet. Im Pesel befindet sich ein prächtiger Bilegger-Ofen.

Es gibt Führungen von Ostern bis Oktober täglich um 13.30 und 15.30 Uhr.

Ebenfalls auf Ketelswarf kann man den Nachbau einer Bockmühle bewundern. Bockmühlen waren einmal weit verbreitet auf allen Halligen. Man kaufte Getreide auf dem Festland, Ackerbau war auf den Halligen unmöglich. Gemahlen allerdings wurde auf den Halligen selbst, zum Teil mit Handmühlen, zum Teil aber auch mit solchen Bockmühlen. Im Laufe der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts verschwanden nach und nach die Mühlen von den Halligen. Die Mühle auf Ketelswarf ist ein exakter Nachbau der Mühle des Halligbauern Peter Hansen von Norderhörn von 1926.

Auf Ketelswarf gibt es noch eine weitere Sehenswürdigkeit: Den Nachbau der Segellore, wie sie die legendäre Magda Mathiesen von Oland, Käpt’n Magda genannt, nach dem letzten Krieg noch bis 1968 betrieb. Zeitweise war ihre Lore die einzige Verbindung zum Festland.

Auf Ketelswarf befindet sich auch die Freiwillige Feuerwehr der Hallig, das Fremdenverkehrsbüro, ein Café und ein Kiosk.

BILDERGALERIE KETELSWARF

Die Warft:

Gertsen-Haus:

Bockmühle und Segellore

Tadsen-Haus:

BILDERGALERIE TADSEN-MUSEUM:

Stall und Küche:

Kammer, Döns und Pesel:

Teil eins:

Teil zwo:

KIRCHWARF

Bereits vor 1362 existierte eine Gemeinde mit Namen Langeneß. Ihre Kirche lag etwa einen Kilometer nordwestlich der heutigen Hunnenswarf und ging in der großen Flut, der ersten großen Mandränke vom 16. Januar 1362 verloren. Danach waren die Langenesser für fast dreihundert Jahre nach Oland eingepfarrt. Bis 1634 bestand eine feste Landverbindung zwischen Langeneß und Oland.

In der Burchardiflut von 1634, der zweiten großen Mandränke, zerbrach die Verbindung. Die kirchlichen Verhältnisse wurden nach dem Verlust vieler Kirchen nun neu geordnet. Langeneß erhielt wieder ein Kirchspiel. Bis 1663 mussten die Gottesdienste in einem Privathaus abgehalten werden.

Bis 1666 wurde die Gemeinde Langeneß noch von Studenten der Theologie betreut, danach wirkten voll ausgebildete Pastoren auf der Hallig. Erst dann erhielt Langeneß einen eigenen Kirchenbau, der bereits auf der heutigen Kirchwarf stand. 1666 wurde auch Butwehl, das bis dahin zur Gemeinde Gröde gehört hatte, nach Langeneß eingemeindet.

Bereits 1725 musste die Kirche durch einen Neubau ersetzt werden. Die alte Langenesser Kirche sah ein wenig so aus, wie man es heute noch an der Oländer Kirche sehen kann. 1828 erfolgte die Vereinigung der Gemeinden Langeneß und Nordmarsch.

1894 wurde schließlich auf den Fundamenten der alten Kirche der heute noch bestehende Kirchenbau errichtet. Das östliche Drittel wurde zunächst abgetrennt und als Schule benutzt. Seit Langeneß in den 1960er Jahren eine neue Schule weiter östlich auf Kirchwarf erhielt, wird der alte Schulraum für Gemeindezwecke genutzt. Neben der Kirche befindet sich das Pastorat. Das heutige Gebäude stammt aus den 1970er Jahren. Sein Vorgängerbau von 1872, der an der gleichen Stelle das alte Pastorat aus dem 18. Jahrhundert ersetzt hatte, wurde nun abgerissen.

BILDER GALERIE KIRCHWARFT:
Das Kircheninnere

Das älteste Stück der Ausstattung stammt aus dem 13. Jahrhundert. Es befindet sich im Vorraum der Kirche und ist das alte Taufbecken von Nordmarsch. Im Vorraum befindet sich auch eine Grabinschrift in friesischer Sprache.

Der Flügelaltar wurde 1670 von zwei Langenesser Schiffern gestiftet. Die beiden Schiffer hatte 1666 die Verhandlungen über eine Pfarrstelle für Langeneß geführt.Das Kruzifix über dem Altar ist eine Schöpfung der Barockzeit mit einer interessanten Darstellung: Ein schwebender Engel fängt mit einem Kelch das Blut Christi auf.

Der Altarleuchter ist eine Stiftung von 1667.

Die Kanzel wurde 1696 ebenfalls von Schiffern gestiftet. Sie wurde 1729 neu bemalt und zeigt die vier Evangelisten und Christus.

Das Taufbecken im Altarraum stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde aus einer der 1634 untergegangenen Kirchen des alten Strand geborgen. Das Votivschiff D Vrouw Cornelia stammt von 1928 vom Langenesser Peter Hansen.

Das Kruzifix an der Nordwand stammt ebenfalls aus der alten Kirche von Nordmarsch.

An der Westwand befindet sich die Pastorentafel mit den Namen aller Langenesser Prediger von 1666 bis 1969. Dann wurde eine neue Tafel begonnen.

Beachtlich ist auch die Deckenmalerei mit Geschichten aus dem alten und neuen Testament. Sie stammt von 1731. Osterleuchter von 1990 und Kronleuchter von 1999 sind jüngere Erwerbungen. An der Südwand kann man noch eine Skulptur sehen, die vor Langeneß im Watt gefunden wurde. Herkunft und Bestimmung sind unbekannt.

Der Glockenstapel ist von 1957, die Fahne zeigt das Halligschiff Hoffnung und ist ebenfalls eine Stiftung von Peter Hansen.

GLOCKENSTAPEL UND FRIEDHOF
HONKENSWARF

Auf Honkenswarf wirtschaftet der einzige Milchbauer der Hallig, der ganzjährig 60 Tiere hält. Dort kann man auch Ferien auf dem Bauernhof machen. Die Bauersleute verkaufen auch Milch und Eier direkt vom Hof. Ebenfalls auf Honkenswarf befindet sich die Friesenstube, ein wieder hergerichteter Pesel. Sozusagen das Gegenstück zum Hooger Königspesel. Führungen für Halliggäste sind Dienstags und Donnerstags um 10.30 Uhr gegen Eintritt oder nach telefonischer Vereinbarung.

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PETERSWARF

Auf Peterswarf bietet die Schutzstation Wattenmeer zusammen mit dem WWF im Wattenmeerhaus Langeneß Platz und Betreuung für Seminaraufenthalte, naturkundliche Wanderungen in Salzwiese und Watt. Die Mitarbeiter des Wattenmeerhauses leisten wertvolle Arbeit im Naturschutz, insbesondere was den Schutz der vielen Vögel auf der Hallig und im Wattnmeer anbelangt, die alljährlich auf ihrem Zugweg Rast machen.

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NEUWARF

Neuwarf liegt sehr nahe am Meer. Auch dort kann man Ferienwohnungen buchen.

Und auf Neuwarf lebt einer der bekanntesten Menschen der Halligwelt: Fiede Nissen. Fiede Nissen ist seit über 30 Jahren schon der Postschiffer der Halligen.
Der Postschiffer ist kein Angestellter der Post, sondern freier Unternehmer, der mit der Deutschen Post AG einen Vertrag geschlossen hat, der ihn verpflichtet, in Schlüttsiel den seefesten Postkasten aus Husum in Empfang zu nehmen und die Post zu den vier Halligen Langeneß, Gröde, Oland und Habel zu bringen. Dazu ist er berechtigt, den gelben Postwimpel an seinem Boot zu setzen.

Der Postschiffer fährt nur bei Nebel und bei Wind über Windstärke sechs nicht mehr. Dann nutzt Fiede Nissen für die Fahrt nach Langeneß und Oland den Lorendamm.
Den Halligkrankenpfleger fährt er in dringenden Notfällen wohl auch noch bei Windstärke sieben.

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HUNNENSWARF

Auf Hunnenswarf hat der Halligkaufmann sein kleines Geschäft. Der Laden ist so klein, dass nur eine einstellig Zahl von Leuten hineinpasst. Von Montags bis Samstags ist von 8.00 bis 18.00 Uhr geöffnet und selbst Sonntags von 10.00 bis 14.00 Uhr. Im Winter werden die Öffnungszeiten reduziert. Der Kaufmann beliefert Langeneß und Oland mit allen Waren des täglichen Bedarfs. Auch die Bank befindet sich auf Hunnenswarf. Allerdings ist das keine richtige Bankfiliale, nicht einmal ein Geldautomat, sondern nur eine Zahlstelle der VR-Bank Niebüll mit EC-Karten-Lesegerät. Und natürlich kann man auch auf Hunnenswarf Ferien machen.

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PETERHAITZWARF

Auf Peterhaitzwarf befindet sich ein Kapitänshaus aus dem Jahr 1771 mit Nebengebäude. Die Warft mit dem alten Haus befindet sich in Privatbesitz. Im Internet kann man die Anzeige für den Verkauf finden, bezeichnenderweise bei einem Anbieter, der sonst ganze Inseln verkauft. Das Haus scheint wunderschön ausgestattet zu sein, viele alte Teile der Inneneinrichtung wie Bileggerofen oder Delfter Kacheln scheinen erhalten. Der dort verlangte Preis sprengt allerdings auch bei weitem das Budget normaler Menschen.

So bleibt Peterhaitzwarf weiterhin nicht ganzjährig bewohnt. Diese Warft steht exemplarisch für das Dilemma, das auf Halligen und Inseln oft herrscht: Wenn Immobilien gekauft werden, dann oft von Menschen vom Festland, die ihren Urlaub oder ihre Wochenenden dort verbringen. Für die kleinen Halliggemeinden wäre es schöner, wenn Menschen dort einzögen, die immer dort leben.

Über die Schreibweise dieser Warft scheint es Unklarheiten zu geben, man findet Peterhaiz, Peterhaitz oder Peterheitz, mal mit -warf, mal mit -warft, mal ohne ...

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BANDIXWARF

Auf Bandixwarf befinden sich drei Haushalte. Man kann dort eine Ferienwohnung mieten.

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DER LORENBAHNHOF

Nahe der Bandixwarf befindet sich der halligseitige Endpunkt der Lorenbahn Dagebüll-Oland-Langeneß. Die Loren stehen ungeordnet hintereinander. Möchte jemand seine Lore nutzen, kann das erheblichen Aufwand bedeuten: Umschieben bis die eigene Lore vorn ist. Wenn Landunter droht, müssen die Loren auf den Warften in Sicherheit gebracht werden.

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