GESCHICHTE:
Langeneß und Hooge werden von den Fähren der WDR mit allem versorgt, was auf der
Hallig gebraucht wird. Waren, Gäste und Einheimische nutzen seit Jahrzehnten diese Verbindung.
Die Halligversorgung ist defizitär, aber die WDR betreibt sie dennoch eigenwirtschaftlich ohne
Zuschüsse der öffentlichen Hand.
Anfang
des 20. Jahrhunderts hatte die Familie Jacobs von Langeneß
mit einem Boot bereits begonnen, die Halligen mit Bedarfsgütern
zu versorgen. Schon 1905 fuhr man regelmäßig von Langeneß
aus. 1927 stellte die Reederei Jacobs das erste Motorschiff in
Dienst. Es konnte 40 Personen transportieren und erhielt nach
der Warft auf Hallig Langeneß den Namen Hilligenlei.
Damals lief der Verkehr zwischen den Halligen und dem Festland
noch über den alten Hafen Bongsiel.
Auch nach dem zweiten Weltkrieg lief regelmäßiger Verkehr
auf der Linie Bongsiel – Langeneß – Hooge – Amrum, ab 1951
mit einem Neubau, der wieder den Namen Hilligenlei trug.
Als 1958-60 der Hauke-Haien-Koog mit dem neuen Sielhafen Schlüttsiel
entstand, lief der Verkehr zu den Halligen von dort aus. 1960
gründete Kapitän August Jacobs die ASAG, die Amrumer
Schiffahrts-AG. 1960 stellte die ASAG ihr erstes modernes Fährschiff
in Dienst, die Amrum. Bereits 1968 wurde sie durch ein
neues, größeres Schiff gleichen Namens ersetzt. Die
Amrum war mit 212 BRT gut 32 Meter lang, 10 Meter breit
und hatte einen Tiefgang von 1,50 Meter. Sie konnte 481 Passagiere
und 20 PKW transportieren. Die Amrum fuhr noch bis 1991
auf der Halliglinie. Heute heißt sie Vitte und
fährt in der Ostsee zur Insel Hiddensee.
1971 fusionierte die ASAG in finanziellen Schwierigkeiten mit
der Wyker Dampfschiffs-Reederei. Die WDR übernahm die Amrum
und bedient seit damals auch die Halliglinie ab Schlüttsiel.
Seit 1991 heißt das Schiff der WDR, das in der Regel die
Halliglinie Schlüttsiel – Hooge – Langeneß – Amrum
fährt wieder Hilligenlei, mittlerweile Nummer 3.
Die Hilligenlei 3 wurde 1991 gebaut, sie konnte 27 PKW
und 630 Passagiere befördern. 2005 verkaufte die WDR sie
vermutlich aus ökonomischen Gründen an die Reederei
AG Ems, wo sie als Groningerland bis heute fährt.
Nachfolgerin wurde ein älteres und kleineres Schiff, die
Hilligenlei I, die die Halliglinie bis heute befährt.
GALERIE VON FÄHREN UND MEER
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DIE HILLIGENLEI I:
Die Hilligenlei I wurde 1985 für die Linie Nordstrand-Pellworm
gebaut. Später fuhr sie für die Adler-Reederei als Duty-free-Schiff
auf der Oder. 2005 übernahm die WDR das Schiff. Die Hilligenlei
I ist gut 38 Meter lang und 10 Meter breit. Das Schiff kann
20 PKW und im Sommer bis zu 300 Passagiere aufnehmen, im Winter,
wenn es auf dem Oberdeck zu kalt ist, reduziert sich die Passagierzahl
auf 125.
Im Sommerfahrplan fährt die Hilligenlei I täglich,
im Winterfahrplan mehrmals wöchentlich. An manchen Tagen
setzt die WDR auch das deutlich kleinere Ausflugsschiff Ruem
Hart ein. Dann ist Fahrzeugtransport nicht möglich.

AN BORD:
Eine Fährfahrt in Dämmerung oder Dunkelheit hat ihren
besonderen Charme. Man reist auf einer beleuchteten Insel inmitten
von nichts.

UNTERWEGS:
Wenn man auf die Halligen reist, ist das Betreten der Fähre immer ein entscheidender Augenblick. Jetzt
kann man sich niederlassen, die Spannung fällt ab, bald sieht man die Hallig am Horizont, alles
ist schön. Für die Halligleute ist die Fährfahrt untrennbarer Bestandteil von „Nach Hause kommen“,
Entschleunigung nach der Hektik des Festlandes. Und für uns Gäste ist es schön, aufs Meer
zu sehen, herunterzukommen, wenn es kalt ist, vielleicht im Restaurant einen Tee zu trinken und sich
auf den Urlaub zu freuen. Geht es dann zurück aufs Festland und nach Hause, ist die Fahrt ein Moment
des Hinausschiebens. Man ist ja noch nicht gleich wieder unterwegs und weg vom Meer. Und freut sich vom Augenblick,
in dem man die Fähre verlässt, schon aufs nächste Mal.
Im Frühling und im Sommer
Im Herbst und im Winter:
Im Winter von Bord der Ruem Hart: